Internationaler Frauentag

Martina David-Wenk

Von Martina David-Wenk

Fr, 09. März 2018

Lörrach

Bei einer Feier der Wohnbau Lörrach treffen sich Frauen verschiedener Herkunft auf dem Salzert.

LÖRRACH. In einem ist die Feier zum Weltfrauentag auf dem Salzert ganz im Sinne der sozialistischen Erfinderinnen: Sie ist sehr international. Seit mehr als fünf Jahren lädt das soziale Management der Wohnbau Lörrach die Frauen am 8. März ein. Der Andrang war in diesem Jahr enorm, ebenso das Buffet, die Stühle im Gemeinschaftsraum der Wohnbau in der Salzertstraße reichten nicht. Drei Stunden feierten die Frauen gemeinsam.

Glück in der Liebe, Erfolg im Beruf, Kinder und Ehe – so lauteten die Antworten. Lisa Pohl vom sozialen Management hatte zuvor einige Frauen gefragt, was sie als Frauen überhaupt wollen.

Den Frauen die Gelegenheit zu geben, sich zu treffen, Kontakte zu knüpfen, das ist das eigentliche Thema des Frauentags auf dem Salzert. Fatma Inan ist Erzieherin. Sie hat im Kindergarten auf dem Salzert ihr Anerkennungsjahr gemacht. Jetzt ist sie in Bad Säckingen und kam zum Weltfrauentag zurück zu ihrer alten Wirkungsstätte. Sie findet es schön, einen Tag zu haben nur für die Frauen. Noch gibt es viele Frauen, die unterdrückt sind, erst wenn es keine unterdrückten Frauen mehr gibt, können wir richtig feiern, sagt Inan.

Sie hat in der internationalen Frauentheatergruppe von Tempus fugit und der Schubert-Durand-Stiftung Theater gespielt. Auch Shkila Painda spielte einst Theater und kam so zum Frauentag auf den Salzert. Und obwohl sie nicht mehr mitspielt und den Frauengruppen der Wohnbau Lörrach nicht angehört, ist sie zum Fest gekommen. Für sie macht der Frauentag den Frauen weltweit bewusst, wer sie sind und dass sie einen Teil der Gesellschaft ausmachen.

Elfriede Hofer (84) wohnt seit 54 Jahren auf dem Salzert, seit Beginn der Bebauung. Wenn ich von hier fort muss, dann mit den Füßen zuerst, sagt sie. Von den Arbeiterwohnungen in Brombach erzählt sie, die kaum Licht hatten, kein Badezimmer. Die Wohnung auf dem Salzert war damals Luxus. Leider gibt es keine Geschäfte auf dem Salzert, beklagt sie. Ab und zu gehe sie auch zum Frauenfrühstück, das einmal im Monat stattfindet. Hofer ist dankbar, dass die Wohnbau "so viel macht".

Den weitesten Weg hatte Necla Öztürk, sie kommt aus Istanbul. 48 Jahre hat sie in Schopfheim gewohnt und gearbeitet, jetzt wohnt ihre Tochter auf dem Salzert. Und sie pendelt zwischen Istanbul und dem Markgräflerland. "Mein Mann kommt nicht so oft mit", sagt sie, er bleibe lieber in Istanbul. Freundinnen hat sie beim Frauenfrühstück in Schopfheim, das auch von der Wohnbau Lörrach gefördert wird. Esther Sahiner und Ibtissam Younes organisieren dort einmal im Monat ein Treffen beim Arbeitskreis Integration. Der Austausch und das fröhliche Miteinander täten einfach gut.