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11. Oktober 2011

Kein Waldorf-Herbstfest ohne Sonnenschein

Schule stellt sich vor / Pläne für ein Sport-Zelt.

  1. Kerzenziehen bei Lautenklängen Foto: Johanna Hoegg

  2. Was Waldorfschule ausmacht, ließ sich beim Herbstfest auch im „Klanggarten“ erfahren. Foto: Johanna Högg

LÖRRACH. Das gute Omen von 21 vorausgegangenen Herbstfesten bei gutem Wetter bewahrheitete sich wie ein kleines Wunder: Am Sonntag lockte nach dem verregneten Samstag recht sonniges Wetter viele hundert große und kleine Menschen zur Waldorfschule in der Inzlinger Straße. Sie fanden dort einen prall gefüllten Korb voller Angebote, die zum Schauen, Hören, Staunen, Ausprobieren lockten, die Überraschungen am laufenden Band versprachen. Dazu Essen und Trinken in Variationen von süß bis deftig und ganz viele Informationen über den Alltag in der Schule. Anziehungspunkte waren neben den Theater- und Zirkusaufführungen sowie der "Taschenoper" zum Schluss die Tische, auf denen gebrauchte "Schnäppchen" lockten in Form von Schallplatten, Trödel, Puzzlespielen ...

Beim Angelspiel für die Kleinen ging es um Geduld, ebenso beim Kerzentauchen, das in sanftem Licht zu leisen Melodiebögen einer Sopranleier Konzentration verlangte. Zupacken war gefragt beim Modellieren, beim "Mantschen" in der Seifenküche. Lustig und ein wenig unheimlich war's im Dschungel, wo wilde (Kuschel-)tiere lauerten, denen man mit Seilschwung entrinnen konnte auf die Rollenrutsche und für seinen Mut mit einer kleinen Leckerei belohnt wurde.

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Zu kaufen gab es farbige Schmuckgegenstände aus Seide, Filz, Steinen, ungeheure Mengen an bunten Söckchen, Zwergen, Blumenkindern, engelsgleichen Gestalten, Kalendern mit Postkarten von eindrucksvollen Schülerarbeiten.

Als echter "Renner" für Aktive entpuppte sich der "Klanggarten". Unter fachkundiger und temperamentvoller Anleitung konnten die ungewöhnlichsten Instrumente ausprobiert werden – Trommeln und "Pianos", der Wok-artige Hang, Gongs und Klangschalen und zeitweise fand sich sogar eine richtige kleine Combo zusammen. Leise Klänge aus der Wasserschale, Klänge vom Kwanenggari oder Rhythmus durch den tanzenden Ball auf der kleinen Boio-Trommel – ein sensibles Hörerlebnis.

Einer der Informationsstände widmete sich nicht verschiedenen Hilfsprojekten in Ländern der "Dritten Welt", sondern ganz wirklichkeitsnah dem Umfeld der Waldorfschule. Die Elterninitiative "Sport vor Ort" warb um Interesse und Unterstützung für die Idee, auf dem Gelände der Schule ein Sportzelt zu errichten. Als Vorteile werden gepriesen: Keine "Wanderschaft" der Schülerinnen und Schüler zu anderen Sportstätten der Umgebung mehr, nutzbar auch für Zirkusveranstaltungen und als Ausweichquartier, zu verwirklichen in sechs Monaten, Erstellungskosten 250 000 Euro (ohne Sportgeräte). Laut Infoschrift hat sich der Bauausschuss der Stadt schon positiv dazu geäußert. Die Elterninitiative wies auch auf die Möglichkeit hin, so die Attraktivität der Schule zu steigern und neue Schüler zu gewinnen. Denn das war ein zentrales Anliegen des Herbstfestes.



Autor: Johanna Högg