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18. September 2009

Bildungsstandort Lörrach

KOMMENTAR: Goethe und die Halogenlampe

Es sei in Deutschlands bildungsnahen Schichten schlecht angesehen, den Autor des "Wilhelm Meister" nicht zu kennen – von der Funktionsweise einer Halogenlampe aber keine Ahnung zu haben, gelte keineswegs als Makel. Diese Erkenntnis, die nicht von der Hand zu weisen ist, zitiert Bundesbildungsministerin Schavan, als sie gestern beim Spatenstich für den "phaenovum"-Anbau sprach. Es habe Tradition, dass Bildung in Deutschland eher mit Geistes- als mit Naturwissenschaften verbunden werde. Das Schülerforschungszentrum würdigte sie als idealen Ansatz, gegenzusteuern. Wolle Deutschland bestehen, brauche es die Neugier junger Forscher, die fördere das Zentrum so effektiv wie lustvoll. Wohl wahr: Wer seine Schulzeit mit frontalunterrichtenden Formelakrobaten verbrachte, ahnt neidvoll, welche Möglichkeiten sich im "phaenovum" auftun. Gleichwohl tut es gut zu wissen, dass parallel ein zweiter Bau entsteht – der Kunst- und Musikpavillon. Die musischen Fächer gelten vielen als lässliches Schnörkelwerk, fällt der Unterricht hier aus, gehen Eltern selten auf die Barrikaden. Es ist noch nicht lange her, da hat Bundestagspräsident Norbert Lammert in Lörrach ein kluges Plädoyer gehalten für den Wert des Musischen. Gut, dass dieser Bereich in der Bildungslandschaft der Stadt nicht ganz hinten runter kippt.

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Autor: Sabine Ehrentreich