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08. Februar 2012
Kriminalprävention mit Kreativität
Im Umweltausschuss viel Lob für den Jahresbericht zur kommunalen Kriminalprävention / Bauchladen zum Umdenken.
LÖRRACH. SIP (Sicherheit, Intervention, Prävention), Kinder-Sportsonntag, Unterbringungen Obdachloser unter 25 Jahre, Interkulturelles Training für Übungsleiter in Sportvereinen. Was ein wenig nach Bauchladen und Beliebigkeit aussieht, hat eine gemeinsame Klammer: Es handelt sich um Projekte der Kommunalen Kriminalprävention in Lörrach. Diese Arbeit, bei der Stadtverwaltung angesiedelt im Fachbereich Bürgerdienste, wurde beim jüngsten Jahresbericht im Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) fraktionsübergreifend gelobt.
Mit SIP, den gemischten Teams aus Sozialarbeitern und Mitarbeitern des Gemeindevollzugsdienstes, war die Kriminalprävention im Sommer verstärkt öffentlich wahrgenommen worden. Diese Teams hatten Jugendliche im Grütt und an anderen Treffpunkten aufgesucht – mit Erfolg, wie es im Zwischenbericht schon hieß, denn "Problemeinsätze" habe es nicht gegeben, so Fachbereichsleiterin Isabell Krieg (Bürgerdienste).Der Arbeitskreis Jugend der Kommunalen Kriminalprävention beschäftigt sich auch mit der Frage nach Arbeitsstellen für jugendliche Straftäter. Das sei gar nicht so leicht, sagte Krieg im AUT. Auch im Rathaus werde nachgedacht, welche Möglichkeiten die Stadt hat, etwa beim Werkhof oder beim Eigenbetrieb Stadtgrün. Stadträtin Inge Gula (SPD) meinte, es müsse doch reichlich Arbeit geben. Es gehe aber nicht darum, bloß zu beschäftigen, so Krieg, die Aufsicht müsse gewährleistet sein, ebenso der soziale Lerneffekt für die Betroffenen. Das ist auch ein wichtiger Aspekt der Kriminalprävention: "Jugendliche sollen umdenken lernen", sagte Krieg im AUT.
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Dieses Ziel versuchen die Präventions- und Projektpartner, mit den sehr unterschiedlichen Angeboten zu erreichen. Beim Nachtsportprojekt und mit dem Kindersportsonntag werden Kinder und Jugendliche erreicht, die sonst nicht zum Sport kommen. Etwa Dreiviertel der Jugendlichen haben Migrationshintergrund, sagte Isabell Krieg. Auch das Graffiti-Freewall-Projekt unter der Autobahnbrücke habe dazu beigetragen, dass Sachbeschädigungen durch Sprayen erheblich zurückgegangen seien.
Zum Umdenken sollen auch die Projekte Zivilcourage/Ladendiebstahl führen, bei denen das Theater "Tempus fugit" Partner in den Schulen ist und mit Stadt und Polizei zusammenarbeitet. Ein Umdenken haben offenbar auch die beiden Alkohol-Testkaufaktionen mit Jugendlichen unter 18 Jahren bewirkt. Da ließen beim ersten Mal rund 80 Prozent der Verkäuferinnen den Alkoholkauf der Jugendlichen durchgehen, beim zweiten Mal waren es laut Krieg nur noch die Hälfte. In diesem Jahr sollen wieder zwei solcher Aktionen aus der Rubrik Suchtprävention stattfinden. Ein neues Projekt, das im März beginnen wird und bei der städtischen Sportkoordinatorin Julia Arndt angesiedelt ist, macht unter der Überschrift "Sport für muslimische Frauen und Mädchen" ein Wassersportangebot. In der Kriminalprävention es beim Arbeitskreis Migration und Integration verortet.
Zur Kriminalprävention gehört auch ein Arbeitskreis Städtebau und Verkehr unter der Leitung von Astrid Loquai (Fachbereich Stadtentwicklung), der sich 2011 unter anderem mit der Unterführung beim Rathaus und dem Campus Rosenfels befasst hat.
Das Themenspektrum, das in den Arbeitsgruppen der Kriminalprävention bearbeitet wird, ist vielfältig. Das zeuge von einer großen Kreativität, die sie immer wieder staunen lasse, kommentierte Bürgermeisterin Marion Dammann den Jahresbericht Isabell Kriegs im AUT. Die Kooperation von Verwaltung, Justiz und Polizei sorge für ein gutes Netzwerk, an dem etliche Projektpartner beteiligt sind, wie etwa die Villa Schöpflin bei der Suchtprävention. Hier wies Bernhard Escher (CDU) auf die neue Problematik Internetsucht hin. Stadtrat Gerd Wernthaler (Grüne) nannte die Netzwerkarbeit der Kommunale Kriminalprävention vorbildlich.
Autor: Nikolaus Trenz
