Landkreis steuert auf finanzielle Punktlandung zu

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

Fr, 13. Oktober 2017

Lörrach

Bleiben negative Überraschungen aus, ist nach zuletzt trüben Prognosen ein ausgeglichener Haushalt 2017 wieder möglich.

LÖRRACH. Sah es im Sommer nach einem satten Minus von rund 1,8 Millionen Euro aus, hat sich der Haushalt des Landkreises Lörrach für 2017 seitdem deutlich verbessert. Aktuell prognostiziert die Verwaltung ein Defizit von knapp 400 000 Euro. Angesichts eines Gesamtvolumens von 260 Millionen Euro komme das einer Punktlandung gleich, sagte Finanzdezernent Alexander Willi im Verwaltungsausschuss. Bleiben zusätzliche negative Entwicklungen aus, dürfe man bis zum Jahresende sogar auf eine schwarze Null hoffen. Als deutlich zu optimistisch geplant erweisen sich die Ausgaben für den Teilhaushalt Soziales & Arbeit. Hier übersteigt der prognostizierte Zuschussbedarf den 2016 angesetzten um rund 2,9 Millionen Euro.

Für die insgesamt positive Entwicklung der vergangenen Monate führte Willi drei Faktoren an: Die tatsächlichen Personalkosten unterschreiten die im Haushalt angesetzten gut 57 Millionen Euro. Ende August ergaben sich Minderausgaben von rund 1,5 Millionen Euro. Dahinter stehen unter anderem Ausfälle wegen längerer Krankheit sowie der Umstand, dass mangels Fachkräften offene Stellen längere Zeit nicht wiederbesetzt werden können. Im Sozialetat ist das Loch von 3,3 zwischenzeitlich auf 2,9 Millionen Euro geschrumpft. Schließlich ist im Teilhaushalt Jugend & Familie aus einem Minus von an die 300 000 Euro, das man im Sommer kalkuliert hatte, ein Plus von fast 350 000 Euro geworden.

Relativ unspektakulär entwickelte sich der Teilhaushalt Finanzen & Zentrales Management, für den der Verwaltungsausschuss zuständig ist, erläuterte der Finandezernent. Weil die Steuereinnahmen sprudeln, bekommt der Landkreis vom Land voraussichtlich 700 000 Euro mehr Schlüsselzuweisungen; hinzu kommt eine Nachzahlung von weiteren knapp 380 000 Euro. Auf der anderen Seite war die Planung bei der Grunderwerbsteuer zu ehrgeizig. Hier hatte man mit 15 noch eine Million mehr als 2016 angesetzt. Nach acht Monaten liegen die Erträge aber fast 600 000 Euro unter Plan.

Gut entwickelt sich auch der Teilhaushaus Bildung & Kultur. Hier gewährt das Land rund 760 000 Euro mehr Sachkostenbeiträge für die Sozialpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) und die Beru flichen Schulen. Etwa ein Drittel davon gibt der Kreis als erhöhte Schulbudgets weiter.