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27. September 2014

Lob und Preis für Schöpflin-Stiftung

Der Deutsche Werkbund zeichnet die Lörracher Stiftung mit dem Werkbund-Label aus / Förderung von Projekten als neuer Baustein.

  1. Ausgezeichnet wurde die Schöpflin-Stiftung bei der Preisverleihung des Werkbund-Labels in Offenburg (rechtes Bild): Alexander Grünenwald vom Deutschen Werkbund, Hans Schöpflin, Laudator Hans Güdemann und Albert Schöpflin (von links) Foto: Nikolaus Trenz, Matthias Maier

  2. Foto: Matthias Maier

LÖRRACH/OFFENBURG. Für ihr Engagement im sozialen und kulturellen Bereich ist die Schöpflin-Stiftung mit dem Werkbund-Label ausgezeichnet worden. Hans und Albert Schöpflin haben den Preis des Deutschen Werkbundes Baden-Württemberg am Freitag im Burda Media Tower in Offenburg in Empfang genommen.

41 Projekte und Initiativen waren für das Werkbund-Label nominiert, zehn wurden nun bei der Preisverleihung in Offenburg prämiert – darunter auch die Schöpflin-Stiftung. Gewürdigt wurden von dem Lörracher Architekten Hans Güdemann, der die Laudatio hielt, unter anderem die sozialen und kulturellen Impulse für die gesellschaftliche Einbindung von Kindern und Jugendlichen, die von der Stiftung ausgehen. Neben dem Zentrum für Suchtprävention in der Villa Schöpflin sowie den pädagogischen Angeboten des Kinderhauses und des Gärtnerhauses habe sich der Werkraum seit seiner Eröffnung 2011 zu einem Forum für Zukunftsfragen mit Ausstrahlung weit über die Region hinaus entwickelt. Auch die Architektur der Gebäude und deren Einbindung in den umgebenden Park im Stadtteil Brombach wurden mit Lob bedacht.

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Hans und Albert Schöpflin nahmen den Preis – einen mit Blattgold verzierten Betonkubus – aus den Händen von Alexander Grünenwald, des Vorsitzenden des Deutschen Werkbundes Baden-Württemberg, entgegen. Heidi Junghanss, die die Stiftung 2001 mit ihren Brüdern gegründet hatte, war in Offenburg nicht anwesend. Hans Schöpflin bedankte sich für die Auszeichnung und warf in seiner kurzen Rede einen Blick zurück ins Jahr 2012. Damals habe er einen Zehn-Jahres-Plan dafür erstellt, in welche Richtung er die Stiftungsarbeit lenken möchte, um die Zukunft auch nach seinem Tod noch ein Stück weit mitgestalten zu können. Der erste Schritt sei in den vergangenen zwei Jahren gegangen worden: Mit einem Projekt für generationenübergreifendes Wohnen ist die Stiftung in den Bereich Quartiersentwicklung eingestiegen. In Zusammenarbeit mit der Stadt Lörrach soll in Nachbarschaft zur Villa Schöpflin auf einer Fläche von zwei Hektar ein Wohnquartier mit 80 bis 100 Wohnungen, einer Sporthalle, einer Galerie, Büros und Werkräumen entstehen.

Ein weiterer Baustein, so Hans Schöpflin, soll künftig die Erweiterung zur Förderstiftung werden. Man wolle nicht nur operativ arbeiten und selbst Projekte anstoßen, sondern Partner suchen und diese finanziell unterstützen. Erstes Thema soll die Verhinderung des transatlantischen Handelsabkommens zwischen den USA und der EU – kurz: TTIP – in seiner momentan angedachten Form werden. "Wir kritisieren die intransparenten Verhandlungen und fordern neue, nachhaltige und menschenwürdige Standards für den Welthandel", sagte Hans Schöpflin in Offenburg. Ziel sei es, Projekte zu unterstützen, die aufzurütteln und ein öffentliches Bewusstsein für die Problematik schaffen. Ein Handelsabkommen dürfe nicht nur der Wirtschaft, sondern müsse der gesamten Gesellschaft dienen.

Neben der Schöpflin-Stiftung wurden so unterschiedliche Projekte wie ein Urban-Gardening-Netzwerk aus Basel, ein handwerklich-pädagogisches Projekt aus Klein Sülz bei Schwäbisch Hall und die Landfrauen Rheinstetten-Mörsch, die Winterhausschuhe produzieren, mit dem Werkbund-Label prämiert. "Wir sind anders – und das ist auch gut so", sagte Vorstandsmitglied und Moderator Fred Gresens. Der Preis wird seit 2006 alle zwei Jahre vom Deutschen Werkbund – einer Vereinigung von Künstlern, Architekten, Politikern und Soziologen – vergeben. Er soll den Projekten, die sich laut Ausschreibung durch gestalterische Qualität, Interdisziplinarität sowie Mut, Querdenken und Eigeninitiative auszeichnen, zu mehr Bekanntheit verhelfen.

Autor: Matthias Maier