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21. März 2017

Umzug - und dann?

Lörrach: Nachmieter für Polizeirevier gesucht

In einem Jahr dürfte das Lörracher Polizeirevier in die Weinbrennerstraße umgezogen sein. Was danach geschieht, ist unklar.

  1. Überwachungskamera und die obligatorischen Schilder mit dem blauen Untergrund und den drei Löwen: Zwischen den Säulen geht es ins Polizeirevier – derzeit noch. Foto: Sabine Ehrentreich

  2. Reich verzierte Details kennzeichnen das Gebäude. Foto: Sabine Ehrentreich

LÖRRACH. Nächstes Jahr um diese Zeit dürfte das Lörracher Polizeirevier ins ehemalige Domizil des Polizeipräsidiums in der Weinbrennerstraße umgezogen sein, zur Zeit wird dort noch umgebaut. Was dann mit dem repräsentativen Gebäude in der Bahnhofstraße 6 geschieht, ist noch offen. Das Land prüft, ob es selbst eine Anschlussverwendung hat. Sollte das nicht der Fall sein, hat die Stadt großes Interesse, die Immobilie zu kaufen.

Lörracher Baudenkmal
Der Bau an der Bahnlinie ist nicht irgendeiner: 1891/92 gebaut, steht das Haus als "dreiteiliger Baukörper mit reicher Architekturgliederung" in der Liste der Lörracher Baudenkmäler. Hier saß einst das Bezirksamt, eine Art Vorläufer des Landratsamtes, später das Notariat, danach wurde es vom Polizeirevier genutzt. Das Gebäude ist deutlich in die Jahre gekommen, der Sanierungsbedarf seit langem groß.

Pläne für einen Umbau gab es bereits, da ging man noch davor aus, dass das Revier bleibt. Doch dann kam die Polizeireform. Sie sorgte für einen Abzug des Polizeipräsidiums aus Lörrach. Damit wurde die dreiflügelige Anlage aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts in der Weinbrennerstraße frei und ein Umzug des Reviers an diese Adresse entschieden. Was zurückbleibt, ist das ehrwürdige Gebäude Bahnhofstraße 6.

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Findet das Land für diese Immobilie keine Verwendung, dann ist es "entbehrlich", wie das auf Amtsdeutsch heißt. Dann werde ein Verkauf geprüft, erklärt Karl-Heinz Bühler, Leiter der Dienststelle Freiburg der Vermögen und Bau Baden-Württemberg, und zwar "in Stufen" – also zum Beispiel zunächst an die Stadt Lörrach.

Großes Interesse der Stadt
Die hat, erklärt Oberbürgermeister Jörg Lutz, großes Interesse, die Immobilie zu erwerben – nicht, um sie für eigene Zwecke zu nutzen, aber um mitbestimmen zu können, was hier geschieht. Schon vor drei Jahren, ergänzt Bürgermeister Michael Wilke, habe die Stadt ihr Kaufinteresse signalisiert. Zunächst aber prüft das Land, ob es selbst einen "Anschlussbedarf" hat. Ein solcher Bedarf müsse begründet und geprüft werden, sagt Karl-Heinz Bühler.

Schulamt oder DHBW?
Infrage komme da in Lörrach zum Beispiel das Schulamt, das bisher in angemieteten Räumen am Alten Marktplatz seinen Sitz hat. Auch die Duale Hochschule kommt als Nutzerin in Betracht, die an der Hangstraße eigene Bauten nutzt, aber auch angemietete Räume auf dem KBC-Gelände. Da werde aber im Moment noch nichts konkret geprüft, sagt Hochschulsprecher Jan-Christoph Bodenbender auf BZ-Anfrage.

Keine Option sei ein Umzug des Arbeitsgerichts, heißt es von der Vermögen und Bau, das die ehemalige Burgvogtei in der Weinbrennerstraße 5 nutzt. Auch dieses Gebäude stammt aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Kein Zeitplan
Der Entscheidungsprozess um die künftige Nutzung und das Eigentumsverhältnis des ehemaligen Bezirksamtes und heutigen Polizeirevier steht erst an seinem Anfang. Ein konkreter Zeitplan liegt noch nicht vor. Schließlich ist der gegenwärtige Nutzer noch drin – das Polizeirevier. Das bereits seit vielen Jahren darauf wartet, endlich bessere Arbeitsbedingungen zu bekommen, als es an der Bahnhofstraße vorfindet.

Autor: Sabine Ehrentreich