Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

07. Januar 2016

Lörracher Fasnachtsweg

Neujahrsempfang der Narren / Flüchtingen Fasnacht erklären / Neuerung am Hemdglunki.

  1. Einkleidung des Protektors: Umringt von den Symbolfiguren der Lörracher Fasnacht Güggel, Frosch, Schnägg und Zundel bekommt OB Jörg Lutz die Insignien des Projektors, Obergildenmeister Jörg Roßkopf hilft. Foto: Nikolaus Trenz

  2. Mitten drin, kannst laut sein: Guggemusik gehört zum Neujahrsempfang der Gilde, hier die Burgfetzer. Sinfoniee-Müüsle, Jugendgugge D’Jokerez, Old Schlurbi waren auch dabei. Foto: Nikolaus Trenz

LÖRRACH. Start in die Fasnacht, traditionell mit dem Neujahrsempfang der Narrengilde am Dreikönigstag. Es ist der Start in die kurze Fasnacht 2016 (am 10. Februar ist Aschermittwoch) und in ein Jubiläumsjahr (80 Jahre Narrenzunft und Narrengilde Lörrach). Die Gilde feiert das Jubiläum im Sommer: am 11. Juni im Burghof mit der Kölner Band Brings, spezialisiert auf rockige Karnevalsmusik.

Der Neujahrsempfang im Gemeindehaus St. Fridolin in Stetten führt viele Freunde der Lörracher Fasnacht zusammen, aus der Politik (die Abgeordneten Rainer Stickelberger und Ulrich Lusche), aus der Kirche (Dekan Gerd Möller), aus den Vereinen um die Narrengilde, Chinderlache, dem Freundeskreis und NGL-Service und Support, frühere Protektoren (von weit her: Jürgen Schernhammer) und Fasnächtler aus den zwölf Musiken und 28 Cliquen und aus der Schweiz, denn die Narrengilde Lörrach ist Mitglied im Helvetischen Fasnachtsring. Das ist der Rahmen für die Zepterübergabe vom alten auf den neuen Protektor, da werden die ersten Orden für besondere Verdienste verliehen, da liefert Obergildenmeister Jörg Roßkopf eine Standortbestimmung der Lörracher Fasnacht.

Werbung


Als Neuerung 2016 verkündete er als Konsequenz aus den Erfahrungen der letzten Jahre den "Schmutzige Dunschtig" mit dem Hemdglunki-Umzug. Der "Obestraich" in Stetten auf dem Kirchplatz ist Geschichte. Die Hemdglunki ziehen am 4. Februar in drei Zügen durch die Innenstadt und kommen in einem vereinten Zug ins Zentrum zum "Obestraich". Anschließend ist Glunki-Ball im Burghof.

Roßkopfs Rede war inspiriert vom aktuellen Lörracher Motto "mir sin anderscht". Das zeigt sich daran, dass der Obergildenmeister Position bezog gegen vorauseilende Anpassung der Fasnacht in Brombach an die Flüchtlingsunterkunft. Nein, man solle auf die Flüchtlinge zugehen. Also wird die Gilde diese Woche in der Unterkunft den Menschen die Fasnacht erklären, sie zum Mitfeiern einladen und mit den Kindern Larven basteln. "Wir müssen den Menschen helfen, einen Platz in unserer Gesellschaft zu finden", sagte Roßkopf. Er griff auch die aktuelle Debatte um die Ausrichtung der Aktion "Chinderlache" auf und warb dafür, deren Aufgaben auszuweiten auf Hilfe für Senioren, nicht nur für Kinder und Jugendliche. Vor diesem Hintergrund sah er die Aktion Weihnachtstüten in Altenheimen, initiiert von mit Protektorin Monica Rexrodt, unterstützt von Gilde und katholischer Kirche. Roßkopf konnte sich ein deutliches Wort in Richtung Hauingen zum Thema Hallenvergabe nicht verkneifen. Angesicht des Engpasses mit Lörracher Hallen für Fasnachtsveranstaltungen stehe es im Widerspruch zu 40 Jahre gemeinsamer Stadt, "wenn ein Ortsteil seinen Egotrip ausleben kann, und bestehende Halle lieber leerstehen lässt, als sie den Lörracher Cliquen zu überlassen."

Roßkopfs Wunsch für eine schöne, bunte, offene Fasnacht schlossen sich auch die Protektoren an. Monica Rexrodt nannte in ihrer letzten Rede die Lörracher Fasnacht ein Aushängeschild für die Stadt und rief dazu auf, sie auch denen nahezubringen, die sie noch nicht kennen. Die Narrengilde ernannte Monica Rexrodt zum Ehrennarren der Lörracher Fasnacht als Anerkennung ihres weit über das Amt hinausgehenden Engagements. Der neue Protektor, Oberbürgermeister Jörg Lutz, sieht die Lörracher Fasnacht "als eine der schönsten Fasnachten in der Region". "Mir ticke anderscht" bedeute darum, dass man auch bei der Fasnacht den "Lörracher Weg" erfolgreiche eingeschlagen habe. Und Jörg Roßkopf kommentierte die neue Konstellation am Ende launig: "Ein Jörg ist nicht genug."

Autor: Nikolaus Trenz