Erfolg für Ermittler

Lörracher Polizei klärt große Einbruchserie auf

Dorothee Soboll

Von Dorothee Soboll

Fr, 19. Mai 2017 um 18:02 Uhr

Lörrach

Ein wahrer Coup: Die Ermittler des Lörracher Polizeireviers sind erfolgreich gewesen. Sie haben eine große Einbruchserie aufgeklärt – 42 Delikte, darunter 30 Einbrüche, fünf in Wohnungen.

Es ist ein Coup: Die Ermittler des Lörracher Polizeireviers haben 42 Straftaten aufgeklärt, die sich zwischen Oktober 2016 und Februar 2017 ereignet haben. Die Beamten haben bei vier Männern zwischen 24 und 34 Jahren gestohlenes Bargeld und anderes Diebesgut wie Schmuck und elektronische Geräte im Wert von etwa 20 000 Euro sichergestellt.

Der Leiter der Ermittlungsgruppe im Video



Beute und Einbruchswerkzeuge

Auf einem Tisch reihen sich Laptops, Goldketten und Armbanduhren aneinander. Es ist Diebesgut, das die Täter mit den Werkzeugen erbeutet haben, die ebenfalls auf dem Tisch liegen: Brechstange, Kneifzange und Beil. All diese Gegenstände sind das Ergebnis der "Ermittlungsgruppe", die von Anfang Januar bis Ende April dieses Jahres im Einsatz war. Wolfgang Hanser hat die Gruppe geleitet, ein ruhiger Mittfünfziger, der während einer Pressekonferenz sachlich von den Ermittlungen berichtet. Sichtlich stolz ist hingegen Wolfgang Grethler, der das Lörracher Revier leitet. "Geduld sei ein wichtiger Faktor bei dieser Arbeit", so der Chef über Hanser. "Man darf nicht aufgeben, so ist Wolfgang Hanser vorgegangen."

Vier Männer und 42 Straftaten

So stießen die Beamten Anfang Dezember auf einen der Täter, einen 29-Jährigen. Nach und nach führten die Spuren zu drei weiteren Männern. Die Beamten nennen insgesamt 42 Straftaten, davon 30 Einbrüche im Stadtgebiet Lörrach, fünf in Wohnungen. "Ob das alles ist, wissen wir nicht", sagt Hanser. Ihm zufolge liegen Teilgeständnisse vor, die Beweise wie DNA-Spuren und gefundene Beute bestätigen. Zwei Haftbefehle seien erlassen worden. Auf die Frage nach Motiven und Eigenschaften der Täter antwortet Hanser: "Die vier Männer kennen sich schon länger und kommen aus dem Drogenmilieu." Sie seien in wechselnder Besetzung immer wieder in Wohnungen eingebrochen, um ihre Beute zu verkaufen und das Geld für neue Drogen zu verwenden. Dieser klassischer Fall von Beschaffungskriminalität sei nicht vergleichbar mit organisierten Diebesbanden, so Hanser. Auch auf diese stoße man im Kreis Lörrach immer wieder wie in Steinen. "Anwohnern sind zwei junge Männer aufgefallen, die sich im Ort herumgetrieben haben. Es waren Osteuropäer, die dort offensichtlich mit dem Auftrag abgesetzt wurden, in Häuser einzubrechen." Ein ganz ähnlicher Fall habe sich in Lörrach ereignet.

Teil des landesweiten Aktionsplans

Die Ermittlungsgruppe Einbruch ist Teil eines Aktionsplans des baden-württembergischen Innenministers Thomas Strobl. Er hatte im Oktober 2016 angekündigt, verstärkt gegen Wohnungseinbruchdiebstahl vorzugehen. Grund dafür war die Statistik: Im Gebiet des Polizeipräsidiums Freiburg haben diese Delikte im Jahr 2016 um 12,7 Prozent zugenommen, im Landkreis Lörrach um 11,7 Prozent. Das sei, so die Beamten, der höchste Wert seit zehn Jahren gewesen. Noch im Oktober haben die Beamten nach eigenen Angaben begonnen, intensiver zu fahnden und zu kontrollieren – mit Erfolg. "Die Zahl der aufgeklärten Straftaten steigt", so Hanser. Konkrete Zahlen werde man erst am Jahresende veröffentlichen, aber die Kurve zeige nach oben.

Die Perspektive der Opfer

"Man redet viel über die Täter, aber darf die Opfer nicht vergessen", sagt Hanser. Genauso wichtig wie die Ermittlung sei die Betreuung. Ein Einbruch in Privaträume traumatisiere viele Menschen – und nicht nur ältere Damen. "Vor vier Jahren gab es auch eine Ermittlungsgruppe. Einer der Beamten konnte plötzlich nicht mehr an den Fällen arbeiten. Er war selbst Opfer eines Einbruchs gewesen und kam mit der Erinnerung nicht klar."

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