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17. Februar 2015

Abwesender Drochehüüler

MARKTGEFLÜSTER: Annehmen und auftreten

Der Tag des Drochehüülers ist der Rosenmontag. Das ist bisher so Sitte, das macht diese Ordensverleihung zum Höhepunkt der Ratssuppe der Lörracher Narrenzunft. Mit dem Drochehüüler-Orden würdigen die Zunftmeister tatsächliche, vermeintliche oder als solche umgedeutete Fehlleistungen, eine Art silberner Zitrone der Zunft. Aber keine Regel ohne Ausnahme, auch nicht bei traditionsbewussten Narren. 2006 nahm der städtische Verkehrsfachbereichsleiter Jürgen Nef den Drochehüüler an, aber nicht entgegen. Er kam nämlich nicht und ließ reden. Nach dem Motto "selbst ist die Zunft" schlüpfte damals Zunftmeister Karl-Heinz Sterzel in die Robe des Verteidigers. Und weil sie das nicht zur Gewohnheit werden lassen wollten, bekam 2012 der damalige Fachbereichsleiter Kultur und Medien, Jochen Schicht, den Drochehüüler am Rosenmontag in Abwesenheit (er war an der Rottweiler Fasnacht) und holte die Drochehüüler-Rede am Elften-Elften nach. Diese Art närrischer Eventfusion muss wohl in diesem Jahr eine Neuauflage erleben, denn dass man den Drochehüüler 2015, Burghof-Chef Markus Muffler, wortlos davonkommen lässt, lässt die Narrenehre nicht zu – und die des Ordensträgers hoffentlich auch nicht. Aber aufgepasst, schnell verdrängt eine neue Tradition die alte. Beim dritten Mal setzt schon Gewöhnung ein … Welche Folgen das übrigens langfristig lukullisch hätte, ist kaum auszudenken. Mehlsuppe (am Rosenmontag) und Schnägge (am Elften-Elften) beanspruchen jeweils den Teller für sich. Dito: Der Tag des Drochehüülers ist der Rosenmontag.

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Autor: ktz