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07. Februar 2012 22:17 Uhr

Marktfrau

Mit der Zwiebeltaktik gegen die Kälte

Was tun, wenn es bitterkalt ist? Christel Fünfschilling, die auf dem Lörracher Wochenmarkt hinterm Stand steht, hat da so ihre Tricks und Kniffe. Tipps von der Fachfrau.

  1. Christel Fünfschilling warm eingepackt im Marktstand. Auch die Äpfel sind unter der grünen Decke vor der Kälte geschützt. Foto: Jacob Ross

Um fünf Uhr ist die Marktfrau am Dienstag aufgestanden, 20 Minuten fährt sie von Fischingen nach Lörrach. Der sonst offene Marktstand ist durch eine Plane vor der eisigen Kälte geschützt. Äpfel, Brot, Lauch und Feldsalat sind unter Wolldecken und Schutzfolien versteckt. Im Marktstand sprach BZ-Mitarbeiter Jacob Ross mit Christel Fünfschilling über ihre Rezepte gegen Kälte.

BZ: Wie geht es Ihnen denn so bei Minus zehn Grad?

Fünfschilling: Ich stehe jetzt seit sieben Uhr hier, aber mir geht’s immer noch gut, wie Sie sehen. Ich habe ja meine Öfen.

BZ: Wie schützen Sie sich gegen Kälte?

Fünfschilling: Ich setzte auf die Zwiebeltaktik, so viele Schichten wie möglich. Eine dicke Jacke, Ski-Unterwäsche, Handschuhe – und viel heißen Tee.

BZ: Und die Kunden bekommen heute Tiefkühlware?

Fünfschilling: Ich hoffe doch nicht! Aber wenn es so kalt ist, muss man schon aufpassen. Wichtig ist, dass hier kein Wind hineinkommt. Kartoffeln bekommen bei der Kälte zum Beispiel einen süßlichen Geschmack, weil sich die Stärke in Zucker verwandelt. Die könnte ich dann nicht mehr verkaufen. Oder der Feldsalat. Der friert bei diesen Temperaturen zusammen und man muss ihn wieder auftauen. Deswegen schütze ich meine Ware mit den Decken und Folien.

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BZ: Heute sind nur wenige Stände aufgebaut und auch nur wenige Kunden auf dem Markt. Lohnt sich Ihr Kommen denn überhaupt?

Fünfschilling: Viele Leute fragen mich, ob ich denn komme. Ich habe einige Vorbestellungen, da kann ich ja schlecht wegbleiben. Aber es stimmt, heute sind weniger Leute auf dem Markt, gerade alte Menschen bleiben bei dem Wetter wohl lieber zu Hause.

BZ: Wann gab es denn zuletzt so kalte Markttage wie jetzt?

Fünfschilling: Das muss schon eine ganze Weile her sein, ich kann mich nicht genau erinnern.

BZ: Was ist denn das kleinere Übel für Sie – Schnee, wie letzten Winter oder eisige Kälte, wie jetzt?

Fünfschilling: Da ist mir der Schnee lieber. Lieber viel Schnee und Sonne, als diese bissige Kälte.

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Autor: Jacob Ross