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09. Februar 2012
Mit Holz wäre mehr machbar
Holzenergie-Verband tagt in Lörrach / Heizkraftwerk besichtigt.
LÖRRACH. Der Holzenergie-Fachverband Baden-Württemberg veranstaltete seine Jahrestagung gestern erstmals in Lörrach. Dabei wurde kritisiert, dass die Energiewende nicht entschieden genug vorangetrieben werde. Auf dem Programm stand auch die Besichtigung des Holzheizwerks in der Wölblinstraße.
Der Verband, der sich als Interessenvertretung der Holzenergie versteht, hält seine Mitgliederversammlungen nicht nur am Verbandssitz in Stuttgart, sondern im ganzen Land ab, wie der Vorsitzende Helmut Bunk erläuterte. Den Ausschlag für Lörrach gab, dass hier mit dem Holzheizwerk der Firma Ratio Neue Energie, die Gründungsmitglied im Verband ist, ein interessantes Besichtigungsobjekt mit aktueller Technik zur Verfügung stand, sagte er. "Das ist ein tolles Objekt", lobte Bunk nach der Besichtigung. Das Interesse zeigte sich auch daran, dass rund 40 Mitglieder aus allen Landesteilen zu der Tagung nach Lörrach kamen.Peter Blaser, Geschäftsführer von Ratio Neue Energie, stellte das Holzheizwerk in der Wölblinstraße vor, das im März 2010 in Betrieb genommen wurde. Das Heizwerk versorgt den Wärmeverbund Nordstadt Lörrach mit "grüner Wärme" aus dem erneuerbaren Energieträger Holz. Mehr als 500 Wohnungen, rund 3 000 Quadratmeter Gewerbeflächen und knapp 9 000 Quadratmeter Schul- und Sportflächen werden aktuell versorgt. Das Kraftwerk produziert daneben auch annähernd 80 Kilowatt Strom, die ins das öffentliche Netz eingespeist werden. Probleme bereiten beim Betrieb gelegentlich die Reinigung und die Dichtigkeit des Wärmetauschers sowie die Abfuhr der Asche aus der Anlage selbst. Grundsätzlich läuft die Anlage aber zur vollen Zufriedenheit und wird ständig elektronisch überwacht. Peter Blaser wies auch darauf hin, dass sich der Holzpreis seit vor 14 Jahren das erste Projekt der Firma startete, verfünffacht hat. Das Holz, das in der Wölblinstraße verfeuert wird, stammt aus den Forstbezirken Lörrach, Kandern und Müllheim.
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Nach der Mitgliederversammlung des Fachverbands Holzenergie am Vormittag mit ihren Regularien, standen am Nachmittag Vorträge auf dem Programm. "Energiewende in der Praxis" lautete der erste. Helmut Bunk sprach über Punkte, die in der Praxis noch nicht angekommen sind. So stockt etwa die Weiterentwicklung von Förderprogrammen, sagte er, und auch das Erneuerbare Energien Gesetz müsste weiterentwickelt werden. Das zeige sich auch daran, dass die Anzahl der Förderanträge für Pelletheizungen rückläufig sei. Das Thema Stromerzeugung aus Holzenergie sei noch nicht in den Köpfen, bei Holz denke man zunächst an Wärme. "Die Energiewende ist bei uns nicht angekommen", stellte Bunk fest. Auch von der grün-roten Landesregierung kämen keine Signale, dass das anders werde. Die Probleme der Stromerzeugung binden seiner Ansicht nach Ressourcen. Ihnen werde größere Bedeutung zugemessen als der Holzenergie.
Autor: Thomas Loisl Mink
