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12. März 2010

"Formel-1-in-der-Schule": Modell-Bolide aus Balsa-Holz

Team von der FES Dritter im Landeswettbewerb "Formel-1-in-der-Schule" / Tests im Windkanal des Schülerforschungszentrums.

  1. Fünf von sechs im „Squaretec“-Team (von links): Simon Langford, Johannes Ücker, Daniel Richter, Maren Kapp-Schwörer, Felix Karth (es fehlt Joshua Schmiedel) Foto: Formel 1 in der Schule GmbH

LÖRRACH. Viele Stunden ihrer Freizeit haben sechs Schüler der zwölften Klasse der Freien evangelischen Schule (FES) dem Bau eines Modellautos gewidmet, um damit am Wettbewerb Formel-1-in-der-Schule teilzunehmen. Kürzlich hatte sich das Schülerteam "Squaretec" der Süddeutschen Meisterschaft in Schwäbisch Gmünd gestellt und sich von zehn Teilnehmern aus Baden-Württemberg den dritten Platz in der Landeswertung gesichert.

Einer gemeinsamen Aufgabe hatten sich Johannes Ücker, Felix Karth, Maren Kapp-Schwoerer, Daniel Richter, Simon Langford und Joshua Schmiedel gestellt, denn es galt aus einem Holzklotz einen Formel-1-Boliden im Modell zu formen. Übrigens freiwillig und aus eigener Initiative heraus, wie Team-Manager Felix Karth erklärt. "Die Schule hat damit nur insofern zu tun, dass wir uns hier kennengelernt haben." Apropos Team-Manager. Auch das war Teil des Projekts. Jeder im Team bekam eine eigene Aufgabe zugeteilt. Maren Kapp-Schwoerer schlüpfte zum Beispiel in die Rolle der Ressourcen-Managerin, besorgte die für den Bau des Autos benötigten Materialien und kümmerte sich um die preisliche Abstimmung. Simon Langford war der Konstrukteur des Teams, Daniel Richter Testingenieur und Co-Team-Manager. Im Vorfeld hatte die Gruppe den Wettbewerb "Formel-1-in-der-Schule" aus dem Internet recherchiert und ausgewählt. "Einfach so, wir hatten Lust dazu, uns einem Wettbewerb zu stellen", erklärt Karth. Schließlich besuchten die fünf jungen Männer der Gruppe alle den Physik-Leistungskurs, da lag der Wunsch nahe, etwas zu konstruieren.

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Den Schwerpunkt legte die Schülergruppe beim Bau des Rennautos aus einem Balsa-Holzklotz auf die Aerodynamik. Als Vorbild diente den Modellkonstrukteuren der Körper eines Pinguins mit seiner glatten Form. Mittels Computersoftware wurden anschließend Beispiele errechnet, was aus dem Holzklotz einmal werden könnte.

Sponsorensuche begann mit vielen Absagen

Auch die ersten Tests des Boliden fanden virtuell statt, bis die errechneten Daten auf der Teststrecke des Schülerforschungsnetzwerks Phaenovum bestätigt und am Modell noch einmal verbessert werden konnten. "Wir haben den Formel-1-Wettbewerb ausgewählt, weil darin viele Aufgaben miteinander verknüpft werden, die auch im wirklichen Leben vorkommen", erklärt Karth.

Neben dem Modellbau mussten die Schüler auch eine Präsentation vorbereiten, um zum Wettbewerb am Team-Stand das Modell sowie die technischen Arbeitsschritte vorzustellen. Auch hierfür gab es Punkte. Außerdem musste zuvor ein Portfolio inklusive eines Kostenplans erstellt, gedruckt und eingereicht werden. Darüber hinaus hieß es mit dem Budget aus Spenden zu haushalten, Portfolio, Materialkosten, Teamkleidung sowie die Fahrtkosten zu begleichen. Aufgabe des Team-Managers sei es gewesen, Spenden und Sponsoren für das Projekt aufzutreiben. "Das war ganz schön schwierig", erklärt Karth. Rund 20 Bewerbungen habe er dazu im Landkreis Lörrach verschickt, meist auch an größere Firmen oder solche, die etwas mit Autos zu tun haben. Das Ergebnis war für die Schüler mehr als enttäuschend: alles Absagen.

Aus Spenden von mittelständischen Unternehmen aus Lörrach sei es der Gruppe dann gelungen, ein Budget von rund 600 Euro auf die Beine zu stellen. Außerdem hatte "Squaretec" das Glück, dass eine Formentechnologiefirma aus Steinen das Chassis mit einer CNC-Fräse kostenlos fertigte. "Das Glück hatte im ganzen Wettbewerb niemand, mit einem so professionell gearbeiteten Modell aufzufahren", sagt Karth voller Stolz. Ein Lörracher Karosseriebaubetrieb steuerte die Lackierung bei und eine Firma aus Schopfheim die Räder für das Gefährt. "Ohne diese Unterstützung wären unser Projekt und die Teilnahme am Wettbewerb gescheitert".

Den Grund, dass es trotz der guten Bearbeitung nicht für eine Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft gereicht hat, sieht Felix Karth in der Wahl des falschen Schwerpunkts. "Das Gewicht ist fast noch wichtiger als die Aerodynamik." Was den Jugendlichen bleibt, ist das gute Gefühl, etwas fürs spätere Berufsleben gelernt zu haben. Außerdem hat das Squaretec-Team die Hoffnung, sein s Wissen und seine Erfahrung an mögliche nachfolgende Projektgruppen des Formel-1-Wettbewerbs an Schulen weitergeben zu können.

Autor: Maja Tolsdorf