Musikalische Raritäten des Barock

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

Fr, 08. Dezember 2017

Lörrach

Benefizkonzert für "Hilfe zum Helfen" am 16. Dezember in St. Fridolin mit Werken für Blockflöten, Zink, Dulzian und Orgel.

LÖRRACH. Klassische Musik, wie man sie in Lörrach nicht alle Tage hört, erklingt am Samstag, 16. Dezember, 17 Uhr, in der katholischen Kirche St. Fridolin in Stetten. Johannes Menke als künstlerischer Leiter hat für das Benefizkonzert zugunsten der BZ-Weihnachtsaktion "Hilfe zum Helfen" ein Programm mit exquisiter Barockmusik für Zink, Blockflöten, Dulzian und Orgel aus den Niederlanden, Deutschland, Italien, Frankreich und England zusammengestellt.

Dies verspricht Entdeckungen zuhauf. Denn die Komponisten und Werke aus der Zeit zwischen 1550 und 1730 waren lange Zeit in Vergessenheit geraten. Wiederentdeckt wurden die Raritäten im Zuge der historischen Aufführungspraxis, also den Bemühungen, die Musik vergangener Epochen mit authentischen Instrumenten, historischer Spieltechnik und im Wissen um die künstlerischen Gestaltungsmittel der jeweiligen Zeit wiederzugeben. Auch wenn sie Menke als Klassiker bezeichnet, dürfte das nur für Spezialisten gelten, für die die Alte Musik aus der Zeit vor 1750 alltäglich ist. Einem breiteren Publikum am ehesten geläufig sein dürften der zu Lebzeiten als bekanntester englischer Komponist geltende Henry Purcell, der Amsterdamer Jan Sweenlinck, der die norddeutsche Orgelmusik des 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts maßgeblich geprägt hat, sein Schüler Samuel Scheidt, Alessandro Scarlatti, der Vater der heute bekannteren Domenico Scarlatti, sowie Arcangelo Corelli, aus dessen bekanntem Weihnachtskonzert ein Teil zu hören sein wird. Auch Bach ist dabei, allerdings nicht der berühmte Johann Sebastian, sondern dessen Schwiegervater Johann Michael. Riccardo Rognoni, Marco Uccelini, Biagio Marini, Johann Michael Nicolai und Marin Marais hingegen kennen wohl nur Experten. Sie alle haben aber jede Menge leicht ins Ohr gehende Musik geschaffen, die sich für ein Konzert im Advent bestens eignet.

"Nun komm, der Heiden Heiland" als Gerüst

Interpreten sind Susanne Geist (Blockflöte), Susanne Klaile (Blockflöte), Teresa Ortner (Blockflöte, Dulzian, Zink) sowie Johannes Menke (Orgel). Das Gerüst des rund einstündigen Programmes, das Bläser und Orgel kombiniert, bildet das Adventslied "Nun komm, der Heiden Heiland". Bekannt ist vor allem die Version von Martin Luther von 1524. Diese geht textlich auf den lateinischen Hymnus "Veni redemptor gentium" von Ambrosius von Mailand, der vor mehr als 1600 Jahren lebte, zurück; die Melodie basiert auf einer Handschrift des Benediktinerklosters im schweizerischen Einsiedeln aus dem Jahre 1280. Der Lutherchoral wurde vor allem in der Barockzeit unzählige Male für unterschiedlichste Besetzungen bearbeitet. Im Benefizkonzert erklingen Vertonungen von Sweelinck, Bach und Scheidt sowie zum Abschluss die Choralfassung "Komm, du Heiland alles Welt" aus dem Gotteslob, bei der das Publikum zum Mitsingen aufgefordert ist. Noten und Text sind im ausliegenden Programmfaltblatt abgedruckt.

Termin: Konzert am Samstag, 16. Dezember, 17 Uhr, Kirche St. Fridolin, Lörrach-Stetten, Eintritt frei; Kollekte zugunsten der BZ-Weihnachtsaktion "Hilfe zum Helfen".