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22. Dezember 2009 17:50 Uhr
Türkisch-isalmische Union
Muslimische Gemeinde will in Lörrach eine Moschee bauen
Lörrachs größte muslimische Gemeinde plant den Bau einer Moschee. Die Türkisch-isalmische Union sucht derzeit nach einem passenden Grundstück. Ob mit oder ohne Minarett ist noch unklar.
In Lörrach gibt es mehrere Zentren islamischer Gemeinden, in denen auch gebetet wird – eine Moschee, die als solche erbaut wurde, gibt es bisher nicht. Doch es gibt Bemühungen, dies zu ändern. Die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib), die mit Abstand größte muslimische Gemeinde, sucht ein Grundstück, das für den Bau einer Moschee mit Gemeindezentrum geeignet ist, sagt Galip Caliskan, der Mitglied der Gemeinde ist und den Vorstand berät. Man sei an dem Projekt "sehr stark dran”.
250 aktive Mitglieder zählt die liberale Ditib in Lörrach. Nimmt man die Familienangehörigen dazu, kommt man auf gut 1000 Menschen, für die das Zentrum dann da wäre. Immer mehr Ältere zähle die Gemeinde, sagt Caliskan, da sei der derzeit genutzte Bau in der Spitalstraße mit der steilen Treppe nicht mehr angemessen. Auch die sanitären Anlagen und die Jugendräume seien nicht mehr zeitgemäß. So entstand der Wunsch nach einem Neubau, der, so Galip Caliskan, auch architektonisch nach Lörrach passen soll – ob er nun ein Minarett bekommt oder nicht, was eine offene Frage sei.
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EIN FINANZIELLER KRAFTAKT
Gut zugänglich soll die künftige Lörracher Moschee sein und genügend Parkraum bieten. Mit den Nachbarn wünscht man sich ein ebenso gutes Verhältnis, wie man es in der Spitalstraße hat. Schön wäre es, wenn das Dreieck Bonifatiuskirche - Synagoge - muslimisches Zentrum erhalten bliebe, findet Caliskan, doch noch ist offen, wie die Grundstückssuche ausgeht und wie lange sie sich hinzieht.
Finanziell wird der Bau für die Gemeinde, die als Verein organisiert ist, ein Kraftakt, der gut vorbereitet sein muss. Zuschüsse gibt es nicht, die Mitglieder müssen das Projekt über Spenden stämmen.
BEGEGNUNGSORT FÜR VERSCHIEDENE RELIGIONEN
Wie die Synagoge soll auch eine künftige Moschee Begegnungsort verschiedener Religionen sein, sagt Galip Caliskan. Sie soll dem Kulturaustausch dienen. Habe die Gemeinde erst ein attraktives Zentrum, könne man auch noch mehr als bisher die Öffentlichkeit hereinholen, zumal der Bau auch Räume umfassen soll, die für jedermann zu mieten sind.
Es gibt viele Anfragen zum Beispiel von Schulen, sie werden auch zu Besuchen eingeladen, doch dies lasse sich sicher noch ausbauen. Eine Moschee, die für jedermann erkennbar ist, sei allemal besser als der Gebetsraum im Hinterhof, ist Caliskan überzeugt. Doch das Thema müsse sensibel angegangen und gut vorbereitet werden.
Autor: Sabine Ehrentreich
