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24. Juni 2011

"Musterbeispiel in Europa"

BZ-SERIE "GESUND IN LÖRRACH": Kooperation über die Grenze.

  1. Günter Zisselsberger Foto: Archivbild: Nikolaus Trenz

LÖRRACH. Bei der Gesundheitskonferenz im Rahmen der Messe "Gesunde Zeiten" am Wochenende im Burghof wird eines der Themen die regionale und trinationale Vernetzung im Gesundheitswesen sein.  Günter Zisselsberger, ehemaliger Geschäftsführer der AOK Lörrach, der den Landkreis im Projekt zur Zusammenarbeit im Gesundheitswesen berät, ist einer der Teilnehmer.

Zweck des zunächst auf drei Jahre angelegten und vor einem Jahr dann bis 2014 verlängerten Modellprojekts "Grenzüberschreitende Gesundheitskooperation" war es, auszuprobieren, welche Patientenströme sich bei einer gelockerten Grenze ergeben.  "Das ist nicht die zunächst befürchtete  Einbahnstraße nach Basel", weiß der Kreisbeauftragte. "Zunehmend wird sie zur Straße mit Gegenverkehr." Bei Akutbehandlungen kommen die Schweizer zwar nicht ins Nachbarland, aber etwa zur Rehabehandlung. Dabei  haben sie nicht bloß einen preislichen Vorteil, sondern oftmals auch die kürzeren Wege, wenn sie in Grenznähe wohnen.

Kooperationen der Kliniken

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Im Rahmen des Pilotprojekts sind inzwischen vielfältige Kooperationen entstanden.   So arbeitet das Kreiskrankenhaus Lörrach im Bereich  der Thoraxchirurgie mit dem Universitätsspital Basel zusammen. Das Elisabethenkrankenhaus in Lörrach und das Universitätsspital Basel ermöglichen gemeinsam   Risikoschwangeren eine wohnortnahe Versorgung. Bei dem Verdacht, dass das Ungeborene etwas am Herzen habe, mussten die Frauen früher nach Freiburg fahren. Jetzt gehen sie nach Basel zur Untersuchung und kommen wieder zurück. "Das ist ein schöner Aspekt des Projekts", findet Günter Zisselsberger. "Denn oberstes Ziel muss  sein 'Was nutzt dem Bürger der Regio ein leichterer Zugang zum anderen Gesundheitswesen'."

Da die Europäische Union (EU) nun auch die letzte Dienstleistungsrichtlinie zur Patientenmobilität verabschiedet hat und die Schweiz beabsichtigt, diese zu übernehmen, wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Dreiländereck einen neuen Schub bekommen.  Da  ist sich Günter Zisselsberger sicher.  Die EU habe erkannt, dass  bei weiter steigenden Gesundheitskosten eine Chance zur Einsparung darin liegt, Synergieeffekte  gegenseitig zu nutzen, schließlich wohnten 30 Prozent der Versicherten in Grenznähe. "Dafür ist unser Projekt ein Musterbeispiel und das bis dato am weitesten entwickelte in Europa obendrein", sagt Zisselsberger. "Ich glaube, wir sind da als Region auf sehr gutem Weg."

Gesunde Zeiten, Burghof: Samstag, 25. Juni, 10 bis 18 Uhr; Sonntag, 26. Juni, 11 bis 17 Uhr

Autor: Barbara Ruda