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11. Januar 2011

Nach drei Jahr-Siebten allmählich erwachsen

Freie Waldorfschule gibt zum Jubiläum Einblicke in die Pädagogik.

  1. Waldorfschule feiert Jubiläum: Stefan Berg (Vorstand des Schulvereins), Ursula Kaltenbach (Lehrerin) und Geschäftsführer Christian Scheel stellten das Programm vor. Foto: Nikolaus Trenz

LÖRRACH (ktz). Auf den ersten Blick ein ungewöhnliches Jubiläum: Die Freie Waldorfschule Lörrach feiert 21-Jähriges. Die an der Pädagogik Rudolf Steiners orientierten Waldörfler klären das rasch auf. In Sieben-Jahres-Schritten verlaufe die Entwicklung des Kindes, da sei es naheliegend, auch als Waldorfschule in Jahr-Siebten zu feiern. Gefeiert wird bis Mai, zunächst mit einer Vortragsreihe, die Einblicke in die Waldorfpädagogik gibt, dann folgen eine Jubiläumsfeier im Burghof (6. Mai) sowie am 11. Mai in der Schule in Stetten der Festakt mit Festvortrag. Hier stellt der langjährige Direktor der pädagogischen Sektion in Dornach, Christof Wiechert, die "Waldorfpädagogik in der heutigen Zeit" dar. Nach einem Tag mit Präsentation der Projektarbeiten der Schüler nimmt zum Ende des Jubiläums der Heilpädagoge, Kinder- und Jugendtherapeut und Buchautor Henning Köhler (Nürtingen) das Kindsein in den Blick.

Drei Jahr-Siebte, da lasse sich auch die Entwicklung der Lörracher Schule beobachten, erläutert Geschäftsführer Christian Scheel. Nach 21 Jahren sei man nun nach Kinder- und Jugendjahren dabei, "langsam erwachsen zu werden". Den Anfängen der Waldorfschule Lörrach 1990 in der Fridolinschule folgte 1996 der Umzug ins ehemalige Trickes-Areal in Stetten-Süd. In fünf Bauabschnitten wurden insgesamt rund sieben Millionen Euro investiert, dafür gab’s laut Scheel 1,2 Millionen Landeszuschüsse. So wurde die Schule mit 13 Klassenräumen, fach- und waldorfspezifischen Räume sowie der Mensa ausgelegt für 410 Schüler. Gut 360 sind es derzeit, die von 42 Lehrern unterrichtet werden. Samt der Schulverwaltung hat man 32 volle Stellen, davon 29 Lehrerdeputate. Arbeitgeber ist der Schulverein.

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Als Privatschule bekommt die Waldorfschule vom Land einen Betriebskostenzuschuss je Schüler. Dies decke knapp die Personalkosten, so Scheel. Dabei lägen die Lehrergehälter im Durchschnitt rund 700 Euro unter denen im staatlichen Schuldienst. Für die Betriebskosten der Schule kommen die Eltern auf. Da die monatlichen Beiträge nach Einkommen und je Familie (nicht je Kind an der Schule) zu zahlen sind, reicht die Spanne von 51 bis 409 Euro.

Mit dem Jubiläum will man, wie Ursula Kaltenbach betont, das Schulprofil stärken und in der Öffentlichkeit darstellen und die Stärken dieser Schule transparent machen. Denn, das verhehlt Stefan Berg vom Vorstand des Schulvereins nicht: "Wir brauchen mehr Schüler." Es geht um die Zukunftssicherung angesichts kleiner werdender Schülerjahrgänge.

Die Vorträge beginnen an diesem Mittwoch, 12. Januar, in der Waldorfschule, Inzlinger Straße 51. Die Lörracher Ärztin und Heileurythmistin Ruth Salzwedel spricht über "Salutogenese, die Basis für gesundheitliche Stabilität", am 9. Februar stellt Waldorflehrer Rolf Kern die Behandlung von Naturwissenschaften und Geschichte in der Mittelstufe vor, am 25. Februar führt Gabriele Reinhardt in den generellen Lehrplan der Waldorfschule ein. Beginn jeweils um 20 Uhr.

Autor: ktz