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14. September 2017

Nahverkehr ist Daueraufgabe

In den Ortschaftsräten wurden Fortschritte anerkannt, aber es gab auch Kritik / Linie 10 mausert sich.

  1. Der Ortsbus – hier am Bahnhof Brombach/Hauingen – ist für die Ortsteile eine wichtige Neuerung. Er wird inzwischen besser angenommen, aber es gibt unter anderem Kritik an der Größe des Fahrzeugs. Foto: Peter Gerigk

LÖRRACH. Fachbereichsleiter Wolfgang Droll und Arne Lüers vom Fachbereich Stadtwerke Lörrach stellten in den Ortschaftsräten Brombach, Haagen und Hauingen am Dienstag die neuesten Zahlen der Linie Ortsbus 10 und das bereits im Jahr 2014 in Auftrag gegebene Stadtbusgutachten vor. Darin wird vorgeschlagen, den öffentlichen Personennahverkehr mit Investitionen attraktiver zu machen. Trotz besserer Nutzung des Ortsbusses der Linie 10 gab es auch wieder Kritik daran.

BROMBACH
In Brombach sagte Droll, dass sich die drei Teile des Stadtbusgutachtens schnell verwirklichen ließen, dazu gehöre die Linie 10. Für jede Linie gebe es jetzt Fahrpläne, darin integriert das Sammeltaxi, nachdem eine gute Nachfrage herrsche. So könne man mit dem Sammeltaxi bis 24 Stunden nach Anmeldung fahren. Mit dem Fahrplanwechsel im Juni vergangenen Jahres wurden die Linie 9 auf den Salzert und die Linie 10 Brombach-Haagen-Hauingen mit Zentrum Bahnhof Brombach in Betrieb genommen, die Haltestellen in den Ortsteilen werden zu festen Zeiten angefahren. Derzeit mache man den Probelauf mit dem Maxi-Taxi, die Haltestellen in den Ortsteilen sind entsprechend beschildert. Zwölfmal täglich werden die Schleifen gefahren.

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Mit der Entwicklung der Linie 8 zum Hünerberg und zur Dualen Hochschule sei man sehr zufrieden. Die Stadtbusse werden jetzt Farbe bekommen und als Stadtbus Lörrach firmieren, um den ÖPNV zu stärken. Die Variante zwei der Planer und der Stadt habe das Ziel, die Verbindung zur Innenstadt einheitlich zu stärken, was für die nächsten Jahre viel Arbeit bedeute. Ortschaftsrat Manfred Meier (FW) erinnerte daran, dass die Busnutzer dringend die Einführung eines Kurzstreckentarifs für die Stadtteile wünschen. Bei der Volksbank-Filiale in der Römerstraße müsse ein Wartehäuschen errichtet werden, fand Ortschaftsrat Weber. Droll versicherte, man sei dran.

HAAGEN
Das Stadtbusgutachten wurde vom Ortschaftsrat Haagen zur Kenntnis genommen. Diskussionsbedarf gab es im Hinblick auf den im vergangenen Jahr eingeführten Ortsbus der Linie 10. Ralf Meier bemängelte, dass der Ortsbus mit dem Einsatz von Taxis nicht optimal umgesetzt wurde. "Die Linie 10 wurde schnell eingeführt und wir mussten jemanden finden, der diese Linie überhaupt fährt", erklärte Wolfgang Droll die Problematik. Mit dem Taxiunternehmen Maxi Taxi sei schließlich jemand gefunden worden. Das Unternehmen hätte jedoch erst einmal kein größeres Fahrzeug anschaffen, sondern ein paar Jahre auf die Rentabilität schauen wollen. Langfristig sei ein 9-Sitzer, in dem auch Rollstühle befördert werden können, das Ziel, so Droll weiter. Die Fahrgastzahlen entwickelten sich gut, vor allem in den Wintermonaten wurden teilweise mehr als 600 Fahrgäste gezählt.

Ortsvorsteher Horst Simon vermutete, dass mit den Neubaugebieten Belist und Neumatt/Brunnwasser die Fahrgastzahlen steigen werden. Im Hinblick auf die S-Bahn-Anbindung am Bahnhof Brombach sei zu überlegen, die Taktung zu steigern. Christa Rufer (SPD) bemängelte das Prinzip des Anruf-Sammel-Taxis. Einerseits seien die Zeiten zwar im Fahrplan aufgenommen, an den Haltestellenschildern jedoch noch nicht. Außerdem sei eine Anbindung der Anruf-Sammel-Taxis – von den Ortschaften nur bis zum zentralen Busbahnhof und nicht auf der ganzen Linie – nicht gut durchdacht.

HAUINGEN
Arne Lüers erinnerte daran, dass einige Vorschläge des Gutachtens schon umgesetzt seien. Hauingen profitiere von der Ortsbuslinie 10. Natürlich sei es nicht optimal, dass für die Linie kein Bus, sondern ein Siebensitzer eingesetzt werde. Dies sei ein Kompromiss. Dennoch werde die Linie erfreulich oft genutzt. Beim Start im August 2016 fuhren 307 Fahrgäste mit der Linie, jetzt sind es oft 400 bis 500 Gäste monatlich, Spitzenreiter war der März mit 665 Fahrgästen.

Ortsvorsteher Günter Schlecht sagte, der öffentliche Nahverkehr sei eine Daueraufgabe und meist stiefmütterlich behandelt worden. Gerd Turowski (CDU) forderte, die Verbesserung des Stadtbusverkehrs auf der Prioritätenliste ganz nach oben zu stellen. Die für Hauingen so wichtige Linie 16 habe oft Verspätung, kritisierten Schlecht und Eva Petersik (SPD), weil sie so eine lange Strecke von Friedlingen bis nach Brombach fährt.

Ein Betriebsleitsystem könnte Verbesserungen bringen, so Lüers. Es zeige dem Fahrer an, wenn er zu früh oder zu spät an den Haltestellen ist. Ampelanlagen könnten darüber gesteuert werden und dem Bus Vorrang geben. Auch eine "dynamische Fahrgastinformation" soll an den Haupthaltestellen eingerichtet werden. So werden Fahrgäste informiert, wann der nächste Bus kommt. Dass solche Investitionen nicht zum Nulltarif zu haben sind, darüber bestand Einigkeit. Jürgen Weltin (CDU) sorgte sich, ob dann die Fahrpreise steigen. Lüers verneinte dies. Klaus Rempfer (SPD) betonte: "Die Leistungen müssen dann auch bekannt gemacht werden." Wenn es in der Innenstadt noch weniger Parkplätze gebe, werde der Bus eine gute Alternative.

Autor: Katharina Bartsch, Paul Schleer und Britta Wieschenkämper