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13. April 2012

Pfadfinder im Förderdschungel

Für Entwicklung und Innovation fehlt in Firmen oft das Know-how, an Fördertöpfe zu kommen / Die Sparkasse will das ändern.

  1. Sparkassendirektor Klaus Jost und Abteilungsdirektorin Ilona Dietz Foto: Trenz

  2. Forschung und Entwicklung sind unabdingbar für Fortschritt und Erfolg: Wegweiser im Förderdschungel will die Sparkasse künftig dem Mittelstand sein. Foto: Archiv: Förderverein Science & Technologie

LÖRRACH. Im unübersichtlichen Angebot von Fördertöpfen haben es gerade kleine und mittlere Unternehmen schwer, sich zurechtzufinden und für die Finanzierung von Entwicklungen und Innovationen an Förderdarlehen oder Zuschüsse zu kommen. Der Bedarf ist da, sagt die Sparkasse Lörrach-Rheinfelden und will Selbstständigen und Firmen dabei helfen. Das Potenzial für Innovationsdarlehen und Zuschüsse beziffert Sparkassendirektor Klaus Jost auf gut 10 Millionen Euro jährlich für das Geschäftsgebiet seines Instituts.

Der Innovationsdruck hat als Folge der Globalisierung deutlich zugenommen, weiß Jost von vielen der mittelständischen Firmenkunden. Vom Freiberufler über den kleineren Gewerbebetrieb bis zum größeren Mittelständler – die Sparkasse Lörrach-Rheinfelden beziffert ihren Marktanteil je nach Segment auf 40 bis 60 Prozent – seien alle betroffen. Aber nicht beim Ideenreichtum und der Innovationskraft liegen die Defizite, sondern nicht selten bei der Finanzierung von Investitionen in innovative Produkte und Dienstleistungen. Das liege auch daran, dass die eigenen Berater häufig in der Bewertung von Entwicklungen im Hochtechnologiebereich an ihre Grenzen stoßen. Die Sparkasse in Lörrach zieht daraus die Konsequenz, sich mit einem Experten zusammenzutun und ihre Firmenkunden mit diesem Partner, der in Gengenbach ansässigen Spitzmüller AG, zusammenzubringen.

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Diese habe den Sachverstand und die Erfahrung, so die für Firmenkunden zuständige Abteilungsdirektorin Ilona Dietz, um im Förderdschungel den richtigen und den passenden Weg zu finden. Sie begleite den Kunden von der Antragsformulierung bis zu dessen Bescheid. Dabei nutze Spitzmüller sein Netzwerk zu Forschungsinstituten und Universitäten, wenn es um die Beurteilung von Entwicklungsprojekten geht. Insbesondere die Schlüsseltechnologien wie Maschinenbau, Energie, Umwelt, Medizin, Verkehr, Information gehörten zu den bevorzugten Feldern für die Prüfung von Fördermitteln. Dass da einiges Geld zu holen und im Land die Konkurrenz groß ist, zeigt der Umstand, dass 2011 aus dem KfW-Investitionsprogramm 1,3 Milliarden Euro verteilt wurden, davon gingen laut Dietz 62 Prozent nach Baden-Württemberg. Klaus Jost schätzt, dass im Geschäftsgebiet der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, die rund 2600 Firmenkunden betreut, im Jahr gut 10 Millionen Euro an Förderdarlehen und Zuschüssen ermöglicht werden können.

Das Interesse in der Zielgruppe ist groß, was Jost allein an den Anmeldungen für eine Informationsveranstaltung mit Rudolf Spitzmüller, dem Vorstand der Spitzmüller AG, in Lörrach festmacht. Man könne sich aber noch anmelden, gleich, ob man Sparkassenkunde sei oder nicht. "Im Doppelpass mit Spezialisten zur richtigen Finanzierung" ist der Titel der Veranstaltung, in der als zweiter Referent Horst Soutier, Abteilungsleiter Investment Research der Landesbank Baden-Württemberg über aktuelle Konjunktur- und Kapitalmarktperspektiven sprechen wird.

In der neuen Dienstleistung durch die Kooperation mit Spitzmüller, die Ilona Dietz bereits aus ihrer Zeit bei der Sparkasse Oberhessen kennt, sieht die Abteilungsleiterin ein Alleinstellungsmerkmal des regionalen Instituts in der Firmenkundenberatung. Das ist nicht neu bei den Sparkassen insgesamt, aber noch kaum verbreitet bei denen in Baden-Württemberg, so die Gesprächspartner.

Veranstaltung im Sparkassenforum: Dienstag, 17. April, 18.30 Uhr; Anmeldung: Fax 07621/411-7755, E-Mail: silke.guenther@sparkasse-loerrach.de (es gibt bei Bedarf eine Warteliste)

Autor: Nikolaus Trenz