Positives Menschenbild als Grundlage

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Von wik

Di, 23. Mai 2017

Lörrach

Arbeit mit Jugendlichen.

LÖRRACH (wik). Wie mit Jugendlichen umgehen, die in Einrichtungen und Schulen mit ihrem Verhalten für Probleme sorgen? "Was tun bevor es kracht?", hieß der Titel eines Vortrags in der Reihe "Junge Menschen stärken" der Erich-Kästner-Schule Lörrach. Michael Eisele und Wolfgang Braun, Schulleiter und Konrektor des Lösungsorientierten Bildungs-, Beratungs- und Betreuungszentrums(LBZ) St. Anton in Riegel, berichteten, wie sie Kinder und Jugendliche mit ihren Familien unterstützen.

In ihrer täglichen Arbeit sei es wichtig, die Blickrichtung zu ändern. Jeder Mensch hat Erfahrungen gemacht, die Urteile und Vorurteile prägen. Eine Grundannahme im lösungsorientierten Ansatz sei, dass Menschen leichter kooperieren und entwickeln, wenn das Umfeld ihre Stärken und Fähigkeiten unterstützt. Deshalb müsse mit der Suche nach Fähigkeiten und Potentialen begonnen werden. Es werde nicht nur das positive Verhalten gelobt, sondern auch gefragt, wie das gelang. So werde zur Selbstreflexion animiert und herausgearbeitet, was getan werden kann, um positives Verhalten zu stabilisieren.

Ein positives Menschenbild, bei dem der Mensch als neugierig, interessiert und als soziales Wesen gesehen wird, sei Grundlage. Das Positive sehen, wenn Schüler provozieren und anecken, sei eine Grundhaltung, die helfe, aus dem negativen Strudel herauszukommen. "Wir stellen eigentlich nur Fragen", sagte Eisele. Und diese Fragen sind so formuliert, dass sie zur Selbstreflexion anregen und mit ihnen das Positive herausgearbeitet wird. Fähigkeiten und Potentiale können so erkannt werden.

Indem Fragen gestellt werden, statt vorgefertigte Antworten zu liefern, wird der Schüler oder Klient als das behandelt, was er ist: Er ist der Experte, der in der Lage ist, die Lösung seines Problems zu finden. Eine wertschätzende Haltung sei besonders wichtig. "Und eine Beziehung ist notwendig", betonte Braun. Denn nur wenn man eine Beziehung zum Schüler aufbaut, schaffe man es, in schwierigen Situationen einen Weg zu ihm zu finden und an ihn heranzukommen.