"Ruhiger Flug bei guter Sicht mit einigen Turbulenzen"

Sabine Ehrentreich

Von Sabine Ehrentreich

Mi, 18. Juli 2018

Lörrach

Albrecht Schmidt als Leiter des Hebel-Gymnasiums verabschiedet / OB Jörg Lutz lobt Lebenswerk und spricht von kantigem Charakter.

LÖRRACH. "It’s time to say goodbye": So gab der Kammerchor des Hebel-Gymnasiums das Thema vor, als sich die Schulgemeinschaft und viele andere am Dienstag im TonArt versammelt hatten. Es galt Schulleiter Albrecht Schmidt zu verabschieden, der dem humanistischen Gymnasium seit 2013 als Direktor diente. Viele würdigten den Pädagogen, den es in seiner Laufbahn zweimal in den Auslandsschuldienst nach Südamerika, aber auch stets nach Hause zurück getragen hatte. Bevor er 2005 noch einmal gegangen war, um in Lima eine Schule mit rund 2000 Schülern zu leiten, war er am "Hebel" schon stellvertretender Direktor gewesen; als er zurückkam, rückte er an die Spitze. Nun ist es "time to say goodbye".

Anpackend, offen, direkt – so habe er ihn vom ersten Moment an erlebt, sagte Schmidts Stellvertreter Stefan Wiedenbauer. Was folgte, war "ein ruhiger Flug bei guter Sicht mit einigen Turbulenzen". Schmidt, so sagte sein Vize, habe den Ruhestand nicht herbeigesehnt – doch dass er ihn nach äußerst engagierten Berufsjahren verdient habe, daran ließ keiner der Redner einen Zweifel. Thomas Steiner, der fürs Regierungspräsidium sprach, skizzierte den Werdegang des Lehrers für Mathematik und Deutsch; würdigte dessen Haltung den Schülern gegenüber und die Leistung als Schulleiter. Seiner Nachfolgerin Stefanie Müller übergebe er ein gut bestelltes Feld.

Im Zuge des Schulentwicklungsprozesses, in dessen Verlauf sich das Gymnasium erfolgreich gegen eine Verlegung an die Neumattschule gewehrt hatte, sei durchaus auch Schmidts "kantiges Charakterprofil" zum Vorschein gekommen, merkte Oberbürgermeister Jörg Lutz in seinen Abschiedsworten an. Doch gab er dem Pädagoge mit: "Sie können stolz sein auf Ihr Lebenswerk." Er habe von den Kolleginnen und Kollegen vollen Einsatz erwartet, aber sich auch selbst nicht geschont, sagte Frauke Hagedorn vom Personalrat; habe keine Konflikte gescheut, doch auch gute Laune und Gelassenheit in die Schule getragen. Er sei für die Schülerinnen und Schüler in seiner Strenge schon auch mal "furchteinflößend" gewesen, bemerkten Fee Koppenburg und Jonas Schwarzwälder von der SMV, doch auch voller Humor. Sympathie sprach aus dem Beitrag der Schüler ebenso wie aus dem von Frank Braun, der das benachbarte Hans-Thoma-Gymnasium leitet. Seine Note für die Kooperation der Schulen auf dem Campus: eins bis zwei.

Den Würdigungen schloss sich Hermann Harrer für den Verein der Freunde ebenso an wie die Lörracher Schulleiterkolleginnen und -kollegen. Sie taten es auf besondere, mit Musik unterlegte Weise.

Er nehme all diese Worte gerne mit, sagte Albrecht Schmidt zum Abschluss – auch die kritischen Untertöne. Er habe einen "tollen Beruf" gehabt, und immer Glück mit den Kollegen in den Leitungsgremien. Er bedankte sich für die große Unterstützung der ganzen Schulgemeinschaft. Auch wenn es einmal einen Dissens gab, sei man fair und mit Achtung miteinander umgegangen. Mit einem Apéro klang die Verabschiedung aus, die neben dem Kammerchor die Klezmer-Gruppe der Schule mitgestaltet hatte.