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06. Oktober 2017

Schätze für kurze Zeit gehoben

Die Reformationsausstellung basiert auf der Sammlung, kommt aber ohne Leihgaben nicht aus.

  1. Wertvolle Bücher, teilweise aus Privatbesitz und teilweise aus (kirchlichen) Archiven bereichern die Reformationsausstellung. Foto: Barbara Ruda

LÖRRACH. Wenn heute im Dreiländermuseum die Ausstellung "Reformationen – Der große Umbruch am Oberrhein" eröffnet wird, dann fällt der Blick wieder einmal auf die Sammlung des Dreiländermuseums. Denn ein Großteil der Exponate kommt aus dem Fundus. Doch neben den museumseigenen Exponaten tummeln sich auch Stücke, die Kurator Peter Kunze oft persönlich akquiriert hat. So finden sich auf der Liste der Leihgeber dieser Ausstellung eine Fülle ganz unterschiedlicher öffentlicher Einrichtungen und Archive sowie von Privatpersonen, die ein Erbstück besitzen, wie zum Beispiel eine zeitgenössische Zwingli-Bibel aus Zürich, dem großen Wirkungsort des Schweizer Reformators. Ganz besonders stolz ist der Kurator über die Jahrhunderte alten Kirchenbücher aus dem Markgräflerland, die er auftreiben konnte. Aus den Kirchengemeinden Efringen-Kirchen, Egringen, Grenzach-Wyhlen, Schopfheim und Wollbach stammen diese Dokumente, in denen die damaligen Pfarrer das Gemeindeleben festhielten. Aber auch aus weiter entfernten Orten holte der Kurator Exponate nach Lörrach. So zum Beispiel aus dem Generallandesarchiv Karlsruhe sowie dem Landeskirchlichen Archiv, ebenfalls in Karlsruhe. Aber auch aus der deutschen Nationalbibliothek in Leipzig findet sich ein Exponat im Obergeschoss des Dreiländermuseums.

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Weitere "Sterne der Ausstellung" (Kunze) sind eine Glocke der Reformationszeit aus Haltingen, die sich seit mehr als 70 Jahren im Museumsfundus befindet. Als Museumsstück wurde sie vor dem Einschmelzen bewahrt. Die Schreinerei Holzbau Krebs Efringen-Kirchen hat dafür einen Glockenstuhl gestiftet, auf dem die Glocke nun ruht. Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist die sogenannte Carrière-Bibel. Verlegt wurde sie von dem Hugenotten Samuel Auguste de la Carrière, der die erste Druckerei in Lörrach eröffnete.

"Ein besonderer Reiz war es, Menschen kennenzulernen, die sich mit Freude in derartige Projekte einbringen", sagt Peter Kunze. Tatsächlich befinden sich auch einige Privatpersonen auf der Liste der Leihgeber. Zehn Privatpersonen haben sich in diese Ausstellung eingebracht, einige sogar von selbst. Peter Kunze erzählt, dass er zu einigen hingefahren ist, andere aber ans Museum kamen um ihren eigenen Schatz aus der Zeit der Reformation einzubringen. Der Museumsleiter, Markus Moehring, machte aber darauf aufmerksam, dass trotz dieser Leihgaben eine solche Ausstellung ohne die Sammlung des Dreiländermuseums nicht möglich wäre.

Die Ausstellung wird am Freitag, 7. Oktober, um 18 Uhr eröffnet. Sie ist bis 8. April zu sehen.

Autor: Aaron Hohenfeld