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07. März 2009
Schriftrolle ist zurück
Museum verwahrt Esther-Rolle / 1938 gerettet
LÖRRACH (dam). Anfang März feiern die Juden das Purim-Fest. Dabei wird von einer Schriftrolle die Geschichte von Esther gelesen, die vor 3000 Jahren die Juden gegen die Perser vor dem Untergang gerettet haben soll. "Es ist ein fröhlicher Tag", beschreibt die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde, Hanna Scheinker, das Fest. In diesem Jahr ist die Freude noch etwas größer: Die jüdische Gemeinde hat die Esther-Rolle zurückerhalten, die bis 1938 in der Lörracher Synagoge verwendet wurde. "Wir sind froh, dass wir so eine Verbindung zur alten Synagoge haben", sagt Hanna Scheinker.
Die Rolle hatte der Gewerbeschullehrer Ernst Grether 1938 aus einem brennenden Haufen vor der zerstörten Synagoge gerettet. Regina Grethler, seine Enkelin, hat das wertvolle Stück gestern zurückgegeben. "Es gehörte ja nicht uns und es ist irgendwie zur Last geworden", sagte sie. Für Hanna Scheinker ist dieser Vorgang der Beweis, dass es "auch in schwieriger Zeit gerechte Menschen in Deutschland" gegeben habe. Weil die Lörracher Juden eine neue Esther-Rolle besitzen, überlassen sie das alte Stück dem Museum am Burghof. Dort ergänzt sie die kleine Sammlung mit jüdischen Gegenständen – eine Sammlung, von der Museumsleiter Markus Moehring sagt, sie habe "für jüdische Zuwanderer oft ein Anknüpfungspunkt geboten."
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Autor: dam
