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29. September 2011

Schutz vor Obdachlosigkeit

SPD und Grüne wollen die Fachstelle Wohnungssicherung auch künftig unterstützen.

LÖRRACH (BZ). SPD und Grüne wollen die Fachstelle Wohnungssicherung bei der AGJ (Fachverband für Prävention und Rehabilitation in der Erzdiözese Freiburg) als Dauereinrichtung weiterführen. Dies teilten die Fraktionen in Pressemitteilungen vor der heutigen Gemeinderatssitzung mit.

"Wenn inmitten unseres Wohlstandes in Lörrach in den vergangenen Jahren die Zahl der angekündigten Zwangsräumungen um rund 30 Prozent angestiegen ist, dann ist es unsere soziale und menschliche Verpflichtung auch als Gemeinde alles zu tun, damit diese Zahl nicht ansteigt und Obdachlosigkeit vermieden werden kann", heißt es in einer Mitteilung der SPD-Fraktion. Kritisch sieht die Fraktion einzig den Zeitpunkt der Entscheidung. "Als haushaltsrelevante Maßnahme hätten wir das in den Haushaltsberatungen diskutieren müssen, zumal diese ja ohnehin schon im nächsten Monat beginnen", so Fraktionsvorsitzender Schlecht. Volle Unterstützung findet die Vorlage jedoch inhaltlich. Den Betroffenen müsse schon so früh wie möglich durch eine intensive Unterstützung durch Fachleute geholfen werden. Erschreckend sind für die SPD jedoch nicht nur die blanken Zahlen, sondern auch die Hintergründe, aus denen Wohnungslosigkeit entsteht. "Die aufsuchende, intensive persönliche Betreuung, wie sie bislang schon von der Fachstelle geleistet wird, ist unerlässlich, wenn eine solche präventive Arbeit erfolgreich sein soll", äußert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Cyperrek weiter. "Der Abschlussbericht des Pilotprojektes der Caritas-Fachstelle ist daher in jeder Hinsicht äußerst aufschlussreich", so Fraktionsvorsitzender Günter Schlecht.

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Auch die Grünen wollen der Beschlussvorlage zustimmen. Die Grünen unterstützen einstimmig und uneingeschränkt die weitere Unterstützung von Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind. Die Stadt Lörrach müsse sich nicht nur aus humanitären Gründen um Obdachlose kümmern, sondern sie sei dazu auch rechtlich verpflichtet, so die Grünen. Immer wieder geraten Menschen durch Mietschulden in die Situation, dass sie durch Zwangsräumung ihre Wohnung verlieren. Dabei gebe es meistens präventive Hilfen, die genau diese Zwangsräumung im Vorfeld verhindern könnten. Doch oft sind die Betroffenen nicht in der Lage, sich diese Hilfen selbst zu holen. Genau an diesem Punkt greife die Arbeit der Fachstelle "Wohnungssicherung". Die Kosten dieser Fachstelle wurden bisher überwiegend von der AGJ getragen. Um die Weiterführung dieser erfolgreichen Arbeit zu gewährleisten, muss sich die Stadt aber zukünftig dauerhaft mit 25 Prozent an den Kosten beteiligen. Die Grünen sehen leider auch in Zukunft nicht, dass sich die Situation verbessert hat und weniger Menschen von Obdachlosigkeit bedroht sein werden.

Autor: bz