Sie kommen aus der Tiefe des Raums

Barbara Ruda

Von Barbara Ruda

Mi, 16. Januar 2019

Lörrach

Zunftmeister schlüpfen an neun Zunftabenden in 46 Rollen / Philipp Buser kehrt auf Bühne zurück / Wolfgang Krell malt Kulissen.

LÖRRACH. Auch wenn Fasnacht in diesem Jahr auf einen späten Termin fällt, haben sich die Zunftmeister beim Pressegespräch am Montagabend nicht bloß gut gelaunt gezeigt, sondern schon bestens auf die anstehenden neun Zunftabende vorbereitet – es sind die Ausgaben 412. bis 420. Die Premiere steigt am Mittwoch, 20. Februar, in der Alten Halle Haagen.

Die Neuigkeiten hatte Andreas Glattacker schnell verkündet: "Philipp Buser hat seine Pause beendet und unterstützt die NaZuLö wieder in gewohntem Maße", freute sich der Oberzunftmeister. Alle Neuzugänge des vergangenen Jahres seien bei der Stange geblieben. Außerdem fand die Narrenzunft dank Hans-Peter Goldian, der seinen Nachfolger selbst vorschlug, mit Wolfgang Krell einen neuen Kulissenmaler. Der Künstler wolle sich bei der Zunft einbringen und mehr Raum und Tiefe auf der Bühne schaffen, wie der Ozume berichtet.

Auf der Bühne stehen Philipp Buser, Andreas Kuck, Thomas Wagner, Ralf Buser, Klaus Ciprian-Beha, Nico Vogt, Heinz Sterzel, Hans Gempp und Andreas Glattacker. Diese neun spielen insgesamt 46 Rollen. Bei etwa 65 Prozent davon handelt es sich um reale Personen. Außerdem sind Claudia Stiegeler und ihre Zundelgirls wieder mit von der Partie, auch Rolf Hauser und seine Band Nightshadows sind dabei.

Lörrach bietet mehr als genug Stoff für Nummern

Die Namen der Nummern im aktuellen Programm verraten noch nicht allzu viel davon, was die Besucher erwartet. Sie heißen Spitzejohrgang, G’schickt, Zimer frei, Tipitopi, Ben Hur, Transaktiohnsmanagerinne für sub- und supraterrare Agrarprodukte und Neueweg. "Wir machen das, was man woanders nicht sieht", brachte es Glattacker auf den Punkt. Will meinen: Das Publikum kann wieder mit viel Lokalkolorit rechnen. Lörrach gebe genug her, so dass man sich um die Weltpolitik gar nicht kümmern brauche. Natürlich dürfe der eine oder andere Seitenhieb auf "geliebte Nachbarstädte" nicht fehlen.

Auf die Frage, ob denn Donald Trump in einer Nummer vorkomme, antwortet Thomas Wagner: "Wir beschäftigen uns nur ab einem gewissen Niveau mit etwas." Zusammen mit reinen Nonsens-Nummern und "Xsang" zeigen die Zunftmeister wie im Vorjahr sieben Nummern. Damit habe man gute Erfahrungen gemacht, denn das ewige Drücken und Streichen, um rechtzeitig vor Mitternacht fertig zu werden, sei auf diese Weise entfallen. Hansi Gempp ist zum 40. Mal dabei und damit der dienstälteste Zunftmeister auf der Bühne. Auch wenn man derzeit personell gut aufgestellt ist, freut man sich über Menschen, "die ein offenes Auge und ein offenes Ohr für die Kunst haben", als neue Mitspieler. "Gute Leute bringen auch neue Ideen und Gedanken mit", erklärt Glattacker.

Am 11. November hat der offizielle Vorverkauf für die Zunftabende begonnen, am 12. November waren bereits alle Eintrittskarten ausverkauft. "Lörrach hat eine große Stammkundschaft, das ist eigentlich riesig", stellt Klaus Ciprian-Beha fest. Für die Nachzügler gibt es noch einen Kartenabholungstermin. Die Karten, die dann nicht abgeholt wurden, gehen in den freien Verkauf. Das Zunftabend-Programmheft wurde von Peter Quercher neu gestaltet.

Termine: Nachzügler können reservierte Eintrittskarten für die Zunftabende am Samstag, 2. Februar, 10 bis 15 Uhr, bei Wein Speck, Schwarzwaldstraße, abholen. Die Zunftabende steigen täglich von Mittwoch, 20. Februar, an (außer Montag, 25. Januar, und Sonntag, 3. Februar); Einlass von 18.30 Uhr an, Programm von 20 Uhr an.