Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

27. August 2009

So sind die Ferien ein Hauptgewinn

Betreuung bewegt sich qualitativ auf hohem Niveau – aber es fehlt an Plätzen / Oberbürgermeisterin machte sich vor Ort ein Bild.

LÖRRACH. Das Thema Kinderbetreuung ist in den letzten Jahren weit nach vorne gerückt, in den Kindertagesstätten und Schulen hat sich viel getan. Eine Herausforderung bleibt für Familien die Ferienzeit, vor allem der lange Sommer. In Lörrach fangen die Kaltenbach-Stiftung und der Soziale Arbeitskreis (SAK) mit ihren Angeboten viel auf. Gestern sah sich Oberbürgermeisterin Heute-Bluhm mit Thomas Wipf und Stefan Dieterle vom Fachbereich Jugend/Schule/Sport vor Ort um.

Beide Einrichtungen machten schon Ferienangebote auf hohem Niveau, bevor das Thema "Konjunktur bekam", wie Heute-Bluhm es formulierte. Geblieben ist die Zielsetzung, Kindern, deren Eltern sich keinen Urlaub leisten können, Ferien ohne Langeweile zu ermöglichen. Daneben ist es mehr und mehr die Regel, dass beide Eltern berufstätig sind. Ganztagsangebote an Kindertageseinrichtungen und Schulen tragen dem Rechnung – dies müsse über Angebote "in die Ferien fortgesetzt" werden, so die Oberbürgermeisterin.

Der Bedarf sei so schnell gewachsen, dass man kaum nachgekommen sei, bemerkte Heute-Bluhm. Die Nachfrage übersteigt das Angebot, vor allem beim SAK ist das Programm stets innerhalb von Stunden ausgebucht. Die Stadt will deshalb in Abstimmung mit den Trägern mittelfristig eine Erhöhung der Plätze. Der Besuch der Verwaltung bei den Einrichtungen diente auch der Sondierung, wo sinnvoll angesetzt werden könnte.

Werbung


Joachim Sproß, Geschäftsführer der Kaltenbach-Stiftung, skizzierte das Angebot seiner Einrichtung. Die Kinder können aus einem von 60 Kursen wählen oder das sehr flexible offene Angebot besuchen. Die Hortkinder sind auch in den Ferien auf dem Gelände, insgesamt summen täglich rund 120 Kinder aus allen sozialen Schichten übers Gelände. Daran, dass viele Jungen und Mädchen schon sehr früh am Morgen gebracht werden, erkenne man, dass oft die Berufstätigkeit beider Eltern oder eines alleinerziehenden Elternteils dahinter steht, so Sproß. Zum ersten Mal kooperiert die Einrichtung mit Betrieben. Die Kapazitäten sind mit dieser Dimension erschöpft. Sproß: "Mehr schaffen wir nicht".

Das gilt auch für den SAK. Hier gibt es die ganztägigen, thematischen Wochenangebote im Alten Wasserwerk, maximal 35 Kinder können das pro Woche nutzen. Parallel läuft das Sprachcamp für Kinder, die eine spezielle Förderung brauchen. Stadtteilbezogen sind die Arbeit auf dem Salzert und an der Neumattschule sowie der Spielbus, der in Tumringen, in Haagen und auf dem Spielplatz Neumatt Station macht. Beide Angebote sind niederschwellig und eher sozialpädagogisch ausgerichtet. Nimmt man alle SAK-Angebote zusammen, sind auch hier an die 150 Kinder täglich eingebunden.

Was Lörrach an Ferienbetreuung zu bieten hat, bewegt sich auf hohem qualitativem Niveau, war man sich einig. Die Stadt unterstützt das, 50 000 Euro gibt sie jährlich allein für die Leistungen in den Sommerferien dazu. Unbefriedigend sei, dass auch gut verdienende Eltern in den Genuss der sehr niedrigen Gebühren kämen, sagte Heute-Bluhm, doch das sei nur mit viel Aufwand zu ändern. Klar ist, dass kein Kind aus Geldnot außen vor bleiben soll.Wie man in Zeiten knapper Kassen am sinnvollsten ausbauen könnte, blieb vorerst offen. Der SAK arbeite an Ideen, die es erlauben würden, mehr Kinder zu berücksichtigen, ohne qualitative Abstriche zu machen, sagte dessen Geschäftsführer Jürgen Wiesenhütter. Konsens ist nämlich: Auch in den Ferien sollen die Kinder nicht einfach verwahrt werden, sondern in jeder Hinsicht profitieren.

Autor: Sabine Ehrentreich