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14. Februar 2012

Studierende spielen Nepal

DHBW Lörrach nimmt an einem Planspiel der Vereinten Nationen Teil / Normalerweise eine Domäne der traditionsreichen Unis.

  1. In Workshops bereiten sich die Lörracher Studenten mit Dozent Jan Bodenbender (vierter von rechts) auf die Teilnahme am NMUN in New York vor. Foto: Claudia Gabler 

LÖRRACH. Zum ersten Mal nimmt mit Lörrach eine der baden-württembergischen Dualen Hochschulen am politischen Planspiel NMUN der Vereinten Nationen in New York teil. Das National Model United Nations ist die älteste und mit 5000 Teilnehmern weltweit größte Simulationskonferenz. Sie wird seit 1946 durchgeführt, jedes Jahr kommen in der Woche vor Ostern Studenten aus über 35 Ländern zusammen, um im Hauptquartier der Vereinten Nationen sowie in großen Konferenzhotels die Arbeitsabläufe der UNO nachzuahmen.

Indem sie die wirklichen Debatten der UNO nachahmen, lernen die Studenten, die internationale Organisation zu verstehen. Durch die Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen, ihren Gremien und Sonderorganisationen vor Ort schafft die NMUN es, Inhalte und Prozesse der internationalen Politik so real wie möglich nachzustellen und Entscheidungsprozesse für die jungen Menschen erlebbar zu machen. In der Konferenz werden aktuelle Themen diskutiert, die auch auf der Agenda der "echten" Vereinten Nationen stehen. Jede Hochschule vertritt dabei die Interessen eines UNO-Mitgliedslandes.

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Dass die Lörracher Duale Hochschule eine Studentengruppe zum nächsten Planspiel im April dieses Jahres entsendet, ist aus mehreren Gründen eine Besonderheit: Zum einen sind es üblicherweise die großen traditionsreichen Universitäten wie in Baden-Württemberg die Unis Tübingen und Heidelberg oder auch so renommierte internationale Hochschulen wie Berkeley oder die London School of Economics, deren Studenten zur New Yorker Konferenz reisen. Von den acht DHBWs ist die Lörracher sogar die erste, die sich erfolgreich für eine Teilnahme am NMUN beworben hat. Zum anderen nehmen dort traditionell hauptsächlich Jura- und Politikstudenten teil, deren Studieninhalte eng mit den Inhalten der UNO verbunden sind. Die Studiengänge der hiesigen Fakultäten Technik und Wirtschaft haben hingegen zunächst keine inhaltlichen Bezüge.

Doch die Lörracher Studenten haben in den letzten Jahren vermehrt Interesse bekundet, aus ihrem vergleichsweise starren Stundenplan auszubrechen und sich politisch zu engagieren. Der DHBW-Qualitätsmanager Jan Bodenbender hatte dann vor zwei Jahren die Idee zur NMUN-Teilnahme. Dreißig Studenten der Lörracher Hochschule wollten teilnehmen, für 13 von ihnen gibt es einen Konferenzplatz in New York, Bodenbender wählte sie auf Grund ihrer Bewerbungen fürs Projekt aus. Die zehn Studentinnen und drei Studenten aus acht unterschiedlichen Fachbereichen und unterschiedlichen Semestern der dreijährigen DHBW-Studiengänge werden in New York das Land Nepal vertreten. In vier Wochenend-Workshops bereiten sie sich auf Land und Konferenz vor. Auch die teilnehmenden Studenten, die sich derzeit in der Praxisphase in Hamburg, Bremen und Osnabrück aufhalten, kommen hierzu nach Lörrach angereist.

Überhaupt sei das Interesse und Engagement der Studenten sehr groß, so ihr Betreuer Bodenbender, der sie auch nach New York begleiten wird. Dass die jungen Frauen und Männer sich über ihren straffen Stundenplan hinaus noch studentisch engagieren, hält er für besonders bemerkenswert. Gefördert würden hier aber nicht nur das politische Bewusstsein und die Karrierechancen der Studenten, sondern auch deren soziale Kompetenzen, so Bodenbender.

Engagement ist übrigens auch bei der Finanzierung der Teilnahme gefragt. Nach derzeitigem Stand bezahlen die Studenten Anreise und Aufenthalt noch vollständig aus eigener Tasche. Doch sind sie auf der Suche nach Förderern, die dieses große Unternehmen der Studenten in New York finanziell unterstützen.

Autor: Claudia Gabler


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