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05. Januar 2015

Süß-sauer ausbalanciert

Programm für Zunftabend 2015 steht / Seit September sind die Zunftmeister dran / Das Ergebnis ist an neun Abenden zu sehen.

  1. Die Zunftmeister freuen sich auf die Zunftabende (von links): Hans Gempp, Klaus Ciprian-Beha, Andreas Kühn, Karl-Heinz Sterzel, Philipp Buser, Hans-Werner Schuldt, Andreas Glattacker, Lukas Grussenmeyer, Stephan Vogt; nicht dabei sind Ralf Buser und Christoph Schuldt Foto: Nikolaus Trenz

LÖRRACH. Am 4. Februar ist Premiere der Zunftabende 2015 der Narrenzunft Lörrach in der Alten Halle in Haagen. Dann beginnt ein strammes Auftrittsprogramm für Oberzunftmeister Stephan Vogt und seine Kollegen. Neun Zunftabende sind terminiert. Das heißt: Rund 1950 Zuschauer erwarten gut fasnächtliche Unterhaltung, vor allem mit lokalen Spitzen. Die Zunftabende sind bis auf ein paar Restkarten ausverkauft.

Der Wechsel im Amt des Oberbürgermeisters in Lörrach wird ein Thema sein. Natürlich. Aber die Themen des ersten Halbjahres sind eigentlich zu lange vorbei, sind für die meisten Leute abgehakt, lassen die Zunftabendakteure in die Werkstatt blicken. Und: Die Wahlen sind gelaufen, was will man da noch dazu sagen? Sie blicken lieber voraus, gewinnen den lokalen Themen neue, witzige Aspekte und Pointen ab. So wie sie die Zollfreie in deren langer Geschichte an mindestens drei Zunftabenden eröffnet haben oder das Hotel auf dem Kinderspielplatz auch, für das eben die Baugrube ausgehoben wird. Man dürfte aber nicht falsch liegen, wenn man Tempo 30 und Poller als Sujets am Zunftabend erwartet. Gleichwohl, das Programm steht, erzählen die Zunftmeister beim Pressegespräch im Café Pape. Es ist ja auch schon gedruckt. Das heißt aber nicht, so Andreas Glattacker, dass bei aktueller Entwicklung nicht noch reagiert werden würde.

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Das ist dann allerdings bei dem Stil der Lörracher Zunftabende, die Themen in Spielszenen und Sketchs zu verpacken und nicht in Büttenreden, nicht so einfach. Bei einer Gesangsnummer, deren es auch diesmal wieder drei am Zunftabend gibt, lässt sich eine Textpassage leichter aktualisieren.

Seit September sind die Zunftmeister dran. Jeder bringt Ideen ein, jeder arbeitet an den Szenen mit. Bis sie schließlich mit Musik – für Rolf Hauser von den Nightshadows haben die Zunftmeister nur großes Lob und Anerkennung übrig – und Bühnenbild, Maske, Kostümen und Requisiten bühnenreif sind, wird viel diskutiert, verworfen, gestaltet und geprobt. Darum waren sie schon Mitte November nach dem Elften-Elften im Naturfreundehaus in Gersbach zur Klausur. Die Zunftmeister legen Wert darauf, als Mannschaft zu erscheinen. Jeder trägt seinen Teil zum Erfolg des Ganzen bei.

Acht Akteure in mehr als dreißig Rollen

Sie wollen am Zunftabend eine gute Mischung bieten aus Lachen und Nachdenklichkeit, sagt Karl-Heinz Sterzel, der auch Regie führt. "Die Balance süß-sauer muss stimmen. Es ist wie bei einem guten Essen." Und manchmal, so ergänzt Stephan Vogt, kommt auch etwas, das die Leute nicht erwarten. Das dürfte auch in diesem Jahr wieder so sein.

Acht Zunftabendakteure sind auf der Bühne in mehr als dreißig Rollen zu erleben, zum Teil in neuen Kulissen. Alte Bekannte wie die Märtwiiber sind dabei. Und die Nachwuchskräfte Philipp Buser (Zunftgesell und Spieler) sowie Andreas Kuhn (Zunftstift im wichtigen Team hinter den Kulissen) sind voll integriert.

Ein Dankeschön des Oberzunftmeisters geht an die Ortsverwaltung in Haagen und die Haagener Vereine. Drei Wochen hat die Zunft die Alte Halle für sich. Die sei der optimale Spielort, "wie eine große gute Stube" (Hans Gempp) – wenn sie sich auch für den ganz idealen Rahmen 80 bis 100 Plätze mehr wünschten. Neun Zunftabende sind aber die Grenze, betonen die Zunftmeister. Dieses Mal spielen sie aber nicht am Sonntag-, sondern am Dienstagabend (10. Februar). Sie werden, so Klaus Ciprian-Beha, dem einen oder anderen den Spiegel vorhalten, wie das Narrenart ist. Und sie sind zuversichtlich, dass auch das Zunftabendprogramm 2015 beim Publikum ankommen wird.

Zunftabendkarten: Abholen der bestellten Karten am 7., 8. und 9. Januar, jeweils 10 bis 15 Uhr, im "Schwalbenäscht", Untere Hartmattenstraße; Kartenanfrage für Restkarten bei Ralf Buser im Café Pape

Autor: Nikolaus Trenz