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16. Dezember 2011
Trauer um Schäfer Raufer
Liebe und Leidenschaft für Schafe und Naturschutz.
LÖRRACH. Es gibt Menschen, bei denen Beruf und Name zu einer Einheit verschmelzen und so geradezu zum Markenzeichen. Bei Jörg Raufer war das so, den alle Welt als Schäfer Raufer kannte.
Die Nachricht von Jörg Raufers Tod löste bei vielen, die mit ihm zusammengearbeitet und die ihn gekannt haben, Trauer aus. Erfreute sich doch der engagierte Schafzüchter und Naturschützer großer Beliebtheit. Der Mann hatte Charisma und beeindruckte durch seinen schier unermüdlichen Einsatz. Wer den temperamentvollen Mann erlebt hat, wenn er in seinem Eifer für die gute Sache energisch und kämpferisch wurde, brachte ihm zumindest Respekt entgegen – auch wenn er nicht immer seine Auffassungen teilte.
Dank Raufers Engagement und dem seiner Familie und der Mitarbeiter werden rund um die Stadt am Tüllinger, am Maienbühl und unterhalb der Burg Rötteln rund 70 Hektar Streuobstwiesen und aufgegebene Weiden von rund 250 Merinoschafen abgeweidet. Ein wichtiger Beitrag zur Offenhaltung der Landschaft. Die Stadt hat ihm vor einigen Jahren bescheinigt, dass das ohne seine Arbeit nicht in diesem Umfang möglich wäre. Wichtig war ihm auch der Erhalt der Vielfalt der Natur. Da strahlten die wachen Augen, wenn Jörg Raufer über seltene Pflanzen und Tiere am Tüllinger geradezu ins Schwärmen geriet. Und mancher Anlass in der Schäferei im Gewann "Hummel" am Tüllinger hatte Volksfestcharakter, so groß war die Anziehungskraft, wenn Jörg Raufer einlud, etwa zur alljährlichen Schafschur um Pfingsten. Jetzt an Weihnachten war bereits eine Stallweihnacht geplant, diese wurde gestern abgesagt.
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Auch wenn man Schäfer Raufer fast nur in dieser Eigenschaft kannte, war die Schäferei doch nur Nebenerwerb. Seit 27 Jahren arbeitete Jörg Raufer in der Firma NSI Präzisionsdrehteile GmbH in Stetten. Auf die Frage, warum er ein so anstrengendes Leben führe, hat er im BZ-Gespräch einmal gesagt: "Wenn es einem zur Plage wird, soll man es lassen." Jetzt ist der gebürtige Lörracher im Alter von 59 Jahren gestorben.
Autor: Nikolaus Trenz
