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15. November 2017

Vom Schnarchen der Eulen

Mit dem Lörracher Jahrbuch 2017 verabschieden sich Herausgeber Waldemar Lutz und die Redaktion.

  1. Herausgeber und Sponsoren mit dem Lörracher Jahrbuch: Susanne Baldus-Spingler (von links), Wolfgang Göckel, Jörg Lutz, Gerlinde Lutz, Waldemar Lutz und Rainer Liebenow Foto: Barbara Ruda

LÖRRACH. Mit der Vorstellung des Lörracher Jahrbuchs 2017 am Montagabend im Sparkassenforum ist eine Ära zu Ende gegangen, denn mit dieser Ausgabe verabschiedete sich Waldemar Lutz als langjährigen Herausgeber und mit ihm auch sein Redaktionsteam. Ihre 23. Ausgabe steckt aber noch einmal voller gut recherchierter Artikel zu historischen Themen und aktuellem Stadtgeschehen und der ausführlichen, bebilderten Stadtchronik.

Das Titelbild – ein Blick auf die Stadtkirche – verrät schon eine Menge über den Inhalt des aktuellen Jahrbuchs. Der Kirchturm symbolisiert das Jahr 1517, in dem er gebaut wurde, und wie Waldemar Lutz erläuterte, markierte es eine Zeitenmitte und Zeitenwende. Damals bestand Lörrach etwa 500 Jahre lang, und 500 Jahre später leben wir.

Das Redaktionsteam beleuchtet in diversen Beiträgen Geschichte, Baukunst, Bedeutung und auch das tierische Leben auf dem Kirchturm. Nach den Eulen, die man, wie Lutz berichtete, in der Nachbarschaft schnarchen hören konnte, zogen die Turmfalken dort ein und wurden ständige Bewohner. Eine Dohlenkolonie nistet in eigens dafür angebrachten Kästen.

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Das Kirchenschiff auf dem Jahrbuchtitel steht für das Jahr 1817, in dem der klassizistische Bau der neuen Stadtkirche vollendet wurde. Auf einem Podest angehoben thront er majestätisch über der Stadt, wirke dabei aber etwas kühl, wie der Herausgeber findet. Der historische Teil des Jahrbuchs beginnt aber mit der Geschichte und Entwicklung des Areals Conrad, auf dem ja durch die im Mai 2017 vorgestellten Bebauungspläne demnächst ein Neuanfang ansteht.

Die ständige Rubrik "Stadt im Wandel" sowie "Erinnerungen an das 6er-Trämli" und "Ein Schmuckstück der Lörracher Burg" vollständigen den Inhalt des Jahrbuchs. Die Bilderchronik der Stadt rundet es wie immer ab. Wie Rainer Liebenow, Vorstandsmitglied des Sponsors Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, bei der Begrüßung der Gäste verriet, beginnt er das Buch immer von hinten durchzublättern, um seine Erinnerungen aufzufrischen.

Um die Chronik kümmerte sich von Anfang an Wolfgang Göckel, den Waldemar Lutz als so etwas wie das Herz des gesamten Vorhabens beschrieb. Göckel habe den Takt des Jahrbuchs immer bestimmt. Für die Historie waren Markus Moehring und, seit er als Stadtarchivar nach Lörrach kam, auch Andreas Lauble zuständig. Für die aktuelle Ausgabe, insbesondere bei der Recherche für die Beiträge über das Areal Conrad, begleitete ihn sein Mitarbeiter Jürgen Schaser.

Mit der Fortsetzung des Jahrbuchs, die laut Susanne Baldus-Spingler, die Fachbereichsleiterin für Medien- und Kommunikation im Rathaus, beschlossene Sache ist, wird es die eine oder andere Wendung geben. Liebenow versicherte, die Sparkasse werde dieses Vorhaben auch in Zukunft gerne weiterhin unterstützen.

"Wir schauen Mal, wie’s weitergeht", blieb Oberbürgermeister Jörg Lutz bei seinem Grußwort im Ungefähren. Es sei immer wieder erstaunlich in der Chronik zu blättern und in die Geschichten einzutauchen, stellte er fest. Was hat die Stadt und die Menschen bewegt? Für ihn sei Mittwoch, 5. April, der wichtigste Tag des Jahres gewesen, "ein Tag von geradezu historischen Dimensionen." An diesem Datum wurde bei der Sondersitzung des Kreistags der Neubau des Zentralklinikums beschlossen.

Autor: Barbara Ruda