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10. Februar 2012

Wenn das Foyer zur Bühne wird

Jazzreihe im Burghof kommt gut an / Konzert zwischen Pop und Jazz.

  1. Dominik Steegmüller, Daniel Fricker und Christian Dietkron (von links) beim Jazzfoyer im Burghof. Foto: Mink

LÖRRACH. Vom Jazz weit in Richtung Pop bewegte sich das Quintett, das am Dienstagabend beim Jazzfoyer im Burghof auftrat. Songs von Sting und Peter Gabriel hatten die Musiker im Programm, aber auch von Chick Corea und George Benson. Mit mehr als 100 Besuchern war das vergrößerte Burghof-Foyer auch am Dienstag gut gefüllt.

Schlagzeuger Ulli Niedermüller und Gitarrist Christian Dietkron, die als Initiatoren und Organisatoren hinter der Reihe Jazzfoyer stehen, hatten diesmal den Sänger Dominik Steegmüller eingeladen, mit dem Dietkron mehrere Jahre bei der Groove Club Band zusammengespielt hat. Wie im Groove Club klang auch die Musik, welche die drei zusammen mit Pianist Peter Wagner und Bassist Daniel Fricker machten. Mitreißender Pop-Jazz erster Güte war es, den die Musiker, die sich zum Teil vorher gar nicht kannten, gemeinsam spielten. Der Session-Charakter des Konzerts bringt es mit sich, dass man sich auf Stücke einigt, die alle kennen, und so klang der Abend ein bisschen wie "Best of Soul-Pop-Jazz". Voller Groove legten die Fünf los, Dominik Steegmüller überzeugte mit souliger Stimme und ausgefeiltem, dabei emotional gefärbtem Gesang, und die Instrumentalisten standen dem in nichts nach. "Message in a bottle", das erste von insgesamt drei Stücken von Sting, eine alte Police-Nummer, spielten sie in einer eingenwilligen Version, während der sie souverän von jazzigen zu rockigen Parts wechselten. Von Popsongs wie "In your eyes" von Peter Gabriel oder der Soul-Jazz-Nummer "This Masquerade" von George Benson lieferte die Gruppe spannungsreiche und stimmige Versionen.

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Zukunft der Reihe ist noch offen

Dabei taten sich alle Musiker immer wieder mit eindrucksvollen Soli hervor. Von Roger Cicero zu Chick Coreas "Spain" und von Stings wundervoller Ballade "Fields of Gold" zu dem Klassiker "On Broadway", mit sehr viel Gefühl interpretiert von versierten Profimusikern gespielt, reichte die Palette im zweiten Set. Die Zuhörer dieser mitreißenden und reizvollen Session ließen die Musiker dann auch nicht ohne Zugabe und einer Menge Applaus von der Bühne gehen.Ulli Niedermüller ist froh darüber, dass die Reihe Jazzfoyer, von der diesen Winter nun schon die dritte Staffel läuft, beim Publikum so gut ankommt. Er und Dietkron, die eine ähnliche Reihe zuvor in Schopfheim veranstaltet hatten, wollten den Burghof auch mit kleineren Veranstaltungen neben den großen Acts beleben. Erst blieb es längere Zeit still um den Vorschlag, doch dann stieß man bei der damaligen zweiten Geschäftsführerin Susanne Göhner auf offene Ohren. Der Besuch bei den Session-Konzerten war bald schon so groß, dass das eigentliche Foyer im Burghof vergrößert werden musste, und beim Publikum kam die Reihe sehr gut an. "Wir bekommen sogar oft hinterher Dankes-E-Mails von Zuhörern", erzählt Ulli Niedermüller. So war es keine Frage, dass es nach der ersten eine zweite und dritte Staffel gab. Niedermüller hofft, dass die Reihe auch künftig Bestand hat im Burghof, entschieden ist darüber allerdings noch nicht. "Ideen habe wir genug", versichert er. Ulli Niedermüller und Christian Dietkron laden die jeweiligen Mitmusiker ein, und weil sie lang genug als freie Musiker unterwegs sind, kennen sie jede Menge Kollegen, die gerne nach Lörrach zu einer lockeren Session kommen. Auch die Zuhörer, überwiegend Stammgäste, schätzen die Jazzfoyer-Auftritte und groovten am Dienstag munter mit.

Autor: Thomas Loisl Mink