"Wir generieren mit der dualen Forschung einen echten Mehrwert"

Willi Adam

Von Willi Adam

Do, 13. September 2018

Lörrach

FORSCHUNG AN DER DHBW LÖRRACH (II):Zuwendungen der Eberle-Stiftung machen wissenschaftliche Grundlagenarbeit auch an der Dualen Hochschule möglich.

LÖRRACH (dam). Forschung an der Dualen Hochschule ist ein relativ neues Feld. Früher, so erklärt der Lörracher DHBW-Rektor Theodor Karl Sproll, habe sich dieser Hochschultyp ausschließlich als Bildungspartner der Wirtschaft gesehen. Nun erarbeite man sich die neue Rolle eines Partners für den Wissenstransfer.

Die hochschulpolitischen Voraussetzungen wären dafür schon seit einigen Jahren vorhanden gewesen, doch erst die Zuwendungen der Dr. K.H. Eberle-Stiftung ermöglicht es der Dualen Hochschule, systematisch diese Aufgaben anzugehen. "Die Duale Hochschule hatte den Forschungsauftrag, doch der Staat gab uns keine Mittel", sagt Sproll. Die Förderung durch die Dr. K.H. Eberle-Stiftung kommt der DHBW deshalb sehr gelegen. "Das passt genau auf unsere Bedürfnisse", sagt Sproll.

Die in Lörrach ansässige Stiftung verwaltet den Nachlass des 2015 gestorbenen Arztes und Immobilienmaklers Karl Helmut Eberle, der in Lörrach zuletzt als Investor für das neue Hotel in Erscheinung getreten ist. Die Stiftung vergibt seit 2017 jährlich Forschungspreise in Höhe von 1,5 Millionen Euro, die jeweils zu einem Drittel an die Universitäten Tübingen und Konstanz sowie an die DHBW Lörrach gehen. Der Preis für die DHBW ist aufgeteilt in einen Schwerpunkt, auf den 300 000 Euro entfallen, und auf weitere Förderpreise. Ossmane Krini kommt mit seinem Forschungsvorhaben "Autarker Rollstuhl" (siehe oben) bereits zum zweiten Mal in den Genuss einer Förderung durch die Stiftung. Zusammen mit Frauke Steinhagen hatte er sich bereits 2017 erfolgreich mit seinem Vorhaben "Sicherheitsgerichtetes und autonomes Assistenzsystem im Industrie 4.0 Umfeld" beworben.

Für Rektor Sproll ist es wichtig, dass die Forschungsförderung beide Fakultäten der DHBW, die Technik und die Wirtschaftswissenschaften, begünstigt. So gingen neben den Hauptpreisen weitere Mittel der Eberle-Stiftung 2017 an Projekte zur Zukunft der Arbeitswelt und zur Wissenstransformation. 2018 erhielt ein Projekt zur Koordination von Digitalisierung, Bildung und Internationalisierung den Förderpreis.

Die Chance, auch an der Dualen Hochschule forschen zu können, trägt zur Bindung von jungen Wissenschaftlern bei. Ossmane Krini etwa, der von sich selbst sagt, er sei vom Dualen Hochschulsystem überzeugt, kann in diesem Umfeld die wissenschaftliche Grundlagenarbeit mit der Praxis verbinden. Diese Mischung aus wissenschaftlicher Basis und Praxis sei auch für die Studierenden "das Beste, was ihnen passieren kann."

Rektor Theodor Karl Sproll stellt das in den Kontext zum allgemeinen Ansatz der DHBW, sich immer an den aktuellen Anforderungen der Wirtschaft zu orientieren. "Ich sehe auch die Forschung verknüpft mit unserem Auftrag", sagt Sproll. "Nur wenn wir forschen, treffen wir den Bedarf der Wirtschaft." Sproll spricht in diesem Zusammenhang von einem "kundenorientierten DHBW-Konzept". Von der kooperativen Forschung, die beim Dualen Konzept die Wirtschaft entweder direkt oder über die Studierenden einbindet, profitiert die Wirtschaft, namentlich der Mittelstand, wie Sproll sagt: "Wir generieren mit der dualen Forschung einen echten Mehrwert für die Region."