Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
04. August 2011
"Wir wollen akzeptierte Partner sein"
Die Israelitische Kultusgemeinde Lörrach lädt am 4. September zum Europäischen Tag der Jüdischen Kultur ein.
LÖRRACH. In mehr als 70 Orten und Gemeinden findet am 4. September in Baden-Württemberg und im Elsass der Europäische Tag der Jüdischen Kultur statt. Unter dem Motto "Erbe und Modernität" laden jüdische Gemeinden, Gedenkstätten und Museen zu zahlreichen Veranstaltungen. In insgesamt 30 Ländern können Synagogen, Friedhöfe, Gedenkstätten und Museen besichtigt werden. Auch die Jüdische Kultusgemeinde in Lörrach öffnet ihre Tore. In Lörrach stehen in diesem Jahr die Kinder im Mittelpunkt.
Seit mehr als zehn Jahren findet am ersten Sonntag im September der Europäische Tag der Jüdischen Kultur statt. Es geht vor allem darum, den Menschen die jüdische Kultur und Bräuche sowie die Geschichte des europäischen Judentums zu vermitteln. "Wir haben uns überlegt, dass Kinder unsere Zukunft sind und uns daher dafür entschieden, dass sie im Vordergrund der diesjährigen Veranstaltungen in Lörrach stehen sollen", erklärt Katja Nudelman von der Israelitischen Kultusgemeinde in Lörrach.Kinder sollen im Rahmen eines Bunten Kinderprogramms von 11 bis 13 Uhr die Gelegenheit bekommen spielerisch die jüdische Gemeinde kennen zu lernen, gemeinsam zu basteln und zu malen. In einer Synagogenführung wird außerdem kindgerecht das jüdische Gotteshaus erklärt und gezeigt. Wer will, kann außerhalb des Programms zwischen 16 und 18 Uhr die Synagoge selbstständig besichtigen. Ab 18 Uhr findet ein Vortrag zur Geschichte des modernen Hebräisch statt.
Werbung
Katja Nudelman ist davon überzeugt, dass der Tag der Jüdischen Kultur für das Leben der jüdischen Gemeinde in Lörrach sehr wichtig ist. "Dieser Tag bietet unserer Gemeinde die Möglichkeit, Kontakte zu unserer Umgebung und unseren Mitbürgern zu knüpfen", erklärt sie. In den vergangenen Jahren habe sie sehr viel positive Rückmeldungen erhalten. Auch dieses Mal hofft sie auf interessante Gespräche. Veranstaltungen dieser Art sollen den Stellenwert der jüdischen Gemeinde in Lörrach festigen. "Wir wollen integrierte und akzeptierte Partner sein, die als Teil des normalen Lebens wahrgenommen werden", sagt Katja Nudelman.
Auch Wolfgang Fuhl, Vorsitzender der Israelitischen Religionsgemeinschaft (IRG) Baden, betont die Wichtigkeit der Veranstaltung. "Für uns ist es ein wichtiger und auch zentraler Tag mit wichtigen Veranstaltungen, an dem auch zahlreiche Ehrenamtliche aus dem nichtjüdischen Bereich mitwirken." Fuhl hofft, dass die jüdische Gemeinde in Baden auch weiterhin wachsen wird. Durch die Einstellung weiterer Rabbiner und dem Neubau von Synagogen werde die Außenwirkung der jüdischen Gemeinden künftig verstärkt in die Öffentlichkeit gebracht.
Die jüdische Gemeinde in Lörrach existiert seit 1995 und zählt inzwischen rund 400 Mitglieder. Viele der in Lörrach ansässigen Juden stammen aus den ehemaligen Ostblockstaaten und sind in den 90er Jahren nach Deutschland immigriert. Die Geschichte des Judentums in Lörrach reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück. Die Lörracher Synagoge wurde während der Reichspogromnacht 1938 verwüstet. Eine Gedenktafel in der Nähe des Marktplatzes erinnert heute daran. Die neue Synagoge wurde am 9. November 2008, dem Jahrestag der Pogrome, eröffnet.
DER EUROPÄISCHE TAG DER JÜDISCHEN KULTUR
findet am 4. September 2011 an der Rainstraße 6 in Lörrach statt. Von 11 bis 13 Uhr gibt es ein Buntes Kinderprogramm für vier bis siebenjährige. Von 15 bis 15.45 Uhr können acht bis 13-jährige Kinder an einer Synagogenführung teilnehmen. Um 18 Uhr ist ein Vortrag zum Thema "Wie aus Vergangenheit Zukunft wird. Geschichte des modernen Hebräischen" geplant.
Autor: kai
Autor: Sebastian Kaiser
