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27. August 2010
"Wir wollen etwas tun!"
Junge Erwachsene aus neun Ländern gestalten derzeit als Freiwillige den Garten im Kinderland.
LÖRRACH. 14 junge Erwachsene aus neun Ländern, zwölf Frauen und zwei Männer, bauen derzeit im Rahmen eines International Peoples’s Projekt von CISV Germany die Gartenanlage im Kinderland aus. CISV International ist eine Non-Profit-Organisationen für internationale Kinder- und Jugendbegegnungen und frei von politischen und religiösen Bindungen. Seit 13 Jahren existiert in Lörrach eine Ortsgruppe. Mit etwa 40 Familienmitgliedschaften ist sie die kleinste der zehn deutschen.
Michaela aus der Tschechischen Republik wuchtet den Spaten in den Boden und schaufelt die Erde auf einen Haufen. Ein schmaler Graben durchzieht das Gelände, auf dem ein Weidentunnel entstehen wird. Mädchen und Jungen sucht man hier heute vergeblich, im Kinderland sind Sommerferien. Die Fragen der Reporterin bieten Michaela die Möglichkeit, innezuhalten und sich den Schweiß aus dem Gesicht zu wischen. Heute scheint die Sonne. Wer gerade damit beschäftigt ist, eine Tunnelröhre von innen mit Aquarienmotiven zu bemalen, kauert im Schatten und hat es kühl."Gute Idee, wie wir hier in einem Kindergarten helfen können", sagt Michaela im Brustton der Überzeugung in der Campsprache Englisch, "denn wir wollen etwas tun." Die Tschechin kennt solche Einsätze, sie gehört seit ihrem elften Lebensjahr der CISV-Organisation an. Die Helfer bezahlen nicht bloß ihre Anreise aus der eigenen Tasche, sondern auch eine Anmeldegebühr. Begeistert ist die Tschechin von der Vorbereitung vor Ort, die Lena Heizmann (Lörrach), Landschaftsarchitektin Carmen Lefeber (München) und Sudabah Djamshedzad geleistet haben. Am vergangenen Freitag haben die drei das Camp eingerichtet, Betten hat das DRK zur Verfügung gestellt, die Räumlichkeiten das Kinderland. Das Essen wird im Haus zubereitet. Manchmal werden die jungen Leute auch von Eltern der Kinder bekocht. Die Idee, aus dem Gartenausbau ein IPP zu machen, hatte die Leiterin des Lörrach-Chapters, Birgit Charlotte Maier, die selbst ein Kind in der Einrichtung hat. Sie gab es an die internationale Geschäftsstelle weiter, wo es als einziges deutsches Projekt in diesem Jahr ausgeschrieben wurde. Das Konzept für die Anlage hat dann Carmen Lefeber vor einem Jahr anhand von Fotos aus der Ferne entwickelt. Das Projekt steht unter dem Thema "Yesterday, today, tomorrow – a journey through your life – work out for children". Denn während des Camps entstehen nicht bloß Weidentunnel und –tipi, eine Bobbycar-Rennstrecke mit Verkehrsschildern, ein Kräutergarten, ein Feuerplatz und Gartenskulpturen. Im theoretischen Teil am Nachmittag beschäftigen sich die Teilnehmer damit, wie Erziehung und Bildung sie und ihre Familien geprägt haben. Alle haben im Vorfeld eine Präsentation vorbereitet. Diskutiert wird, wie jeder die Zukunft mitgestalten kann, auch im globalen Rahmen. Oberstes Ziel ist die interkulturelle Friedenserziehung.
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Die Materialien werden aus Spenden bezahlt, die der Lörracher CISV gesammelt hat. Unterstützung kommt von der Stadt, die etwa die Turnhalle im benachbarten Gymnasium zum Duschen zur Verfügung stellt. Bei Ausflügen können die Camp-Teilnehmer etwas von der Region sehen. Mit einem Fest wird das Projekt am 3. September um 16 Uhr präsentiert. Interessierte Familien sind eingeladen.
Autor: Barbara Ruda


