Wo Menschen angstfrei und begleitet sterben können

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Fr, 09. November 2018

Lörrach

Schauspielerin Heike Ulrich unterstützt Förderkreis Hospiz am Buck.

LÖRRACH. Die Schauspielerin und Autorin Heike Ulrich, bekannt aus der Fernsehserie "Marienhof", liest am heutigen Freitag um 20 Uhr in der Buchhandlung Kastl in Lörrach aus ihrem Buch "Jenseits des Nordlichts". Mit ihrer Lesung unterstützt sie den Förderkreis Hospiz am Buck, zu dem sie eine persönliche Beziehung hat.

Zwischen 2000 und 2011 spielte Heike Ulrich in der täglichen ARD-Fernsehserie "Marienhof" die Hauptrolle der Tanja Maldini. Seither hat sie in einigen Kinofilmen mitgespielt. Dieses Jahr veröffentlichte sie das Buch "Jenseits des Nordlichts", einen Thriller. Zum Förderkreis Hospiz am Buck im Landkreis Lörrach hat sie schon seit Jahren eine enge Beziehung. Der Sohn von Elaine Leypoldt, die in der Hospizbewegung sehr aktiv ist, ist Maskenbildner, und über ihn kam die Bekanntschaft zu Elaine Leypoldt zustande, aus der eine Freundschaft wurde. "Es gab Berührungspunkte, da wir beide mit dem Thema Sterbebegleitung befasst waren", erzählt Heike Ulrich. Existenzielle Fragen sind ihr wichtig, und Spiritualität spielt auch im Hospiz eine Rolle, wo es darum geht, dass Menschen nicht nur angstfrei sterben können, sondern auch begleitet, was im Altenheim oft nicht möglich ist, weil das Personal nicht die Zeit dafür hat.

Eine Initiative wie die Hospizbewegung zu unterstützen sei sehr befriedigend, und man bekomme dabei auch etwas zurück. 2011 begleitete Heike Ulrich ihre sterbende Mutter und sei dabei auch von Elaine Leypoldt unterstützt worden. So wird die Schauspielerin und Autorin heute Abend bei der Lesung aus ihrem Buch auch auf das Hospiz am Buck und den Förderkreis eingehen. "Das Buch ist zwar ein Thriller, aber das Thema passt ganz gut zu existenziellen Fragen", sagt sie.

Der Förderkreis Hospiz am Buck hat aktuell 1201 Mitglieder, wie der Vorsitzende Klauspeter Huck und Kassierer Anton Reize berichten. Demnächst wird der Förderkreis einen größeren Betrag an das Hospiz überweisen, der in die Erweiterung des Hospizes fließen soll. Nachdem nun die neuesten Vorschriften, wie die Bäder ausgestattet sein müssen, eingearbeitet wurden, ist die Erweiterung auf dem Weg, stellt Huck fest. Von bisher sechs wird das Hospiz am Buck auf acht Zimmer erweitert. Diese werden durch die Krankenkassen finanziert. Zusätzlich gibt es zwei Ausweichzimmer, die über den Förderkreis finanziert werden. Wenn ein Gast verstirbt, kann sein Zimmer nicht sofort am nächsten Tag weiter vergeben werden. Allerdings gibt es eine Warteliste, und drei Tage zu warten könne für die Betroffenen oft schon zu spät sein. Mit den beiden Ausweichzimmern könne gewährleistet werden, dass im Idealfall permanent acht Zimmer im Hospiz belegt sind.

Darüber hinaus hofft der Förderverein auf die Palliativstation im Krankenhaus und auf ein spezialisiertes, ambulantes Team, damit Menschen zu Hause länger versorgt werden können, sagt Huck. Beides soll nach der Unterzeichnung der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen durch die Landrätin in absehbarer Zeit kommen.

Termin: Lesung mit Heike Ulrich aus "Jenseits des Nordlichts" heute, Freitag, 9. November, 20 Uhr, Buchhandlung Kastl, Basler Straße 158, Lörrach. Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.