Wohlklang für die Festtage

Paul Schleer

Von Paul Schleer

Di, 18. Dezember 2018

Lörrach

Die Brombacher Kirchenorgel wurde nach 52 Jahren saniert / Kirchengemeinde muss etwa 35 000 Euro Kosten tragen.

LÖRRACH-BROMBACH. Sie ist rechtzeitig zu Weihnachten fertig geworden: die Sanierung und Renovierung der Gebrüder-Mann-Orgel aus Marktbreit/ Main aus dem Jahre 1966 in der Germanus-Kirche in Brombach hoch oben auf dem Kirchberg. Orgelbauer Tilman Späth und sein Projektleiter Dietmar Eckert aus Freiburg im Breisgau schlossen sie vergangene Woche ab. Die Kosten betragen rund 70 000 Euro, davon trägt die Landeskirche 50 Prozent, den Rest muss die evangelische Kirchengemeinde Brombach durch Spenden, Konzerte und Aktionen aufbringen.

Viel Lob zollte der Orgelsachverständige der Evangelischen Landeskirche in Baden, Michael Kaufmann aus Karlsruhe, für die gelungene Ausführung der Arbeiten. Intensiv spielte und übte er sämtliche Register und Möglichkeiten im breiten Spektrum von Romantik, Barock bis hin zum neuen Liedgut. Er würdigte die Arbeit der Orgelbaufamilie Späth. Die Arbeit war nach der ersten Sanierung und Renovierung seit der Aufstellung der Orgel im Jahre 1966 nach mehr als 52 Jahren dringend erforderlich.

Pfeifen bestehen aus verschiedenem Material

Projektleiter Dietmar Eckert berichtete, dass die Orgelpfeifen aus einer Legierung aus Zinn und Blei, aus Zink und weitere aus Holz bestehen. Das Gehäuse blieb stehen, die Pfeifen bauten sie aus und erneuerten viele davon. Komplett neu ist die Elektronik der Orgel, sie ist nun auf dem neuesten Stand. Kirchenmusiker und Organist Florian Metz berichtete, dass sämtliche 1890 Pfeifen ausgebaut, gereinigt, überarbeitet und wieder eingebaut wurden. Pfarrgemeinderatsvorsitzender Rolf Hecke und Pfarrerin Anette Metz freuten sich, dass die Orgel wieder gespielt werden kann.

Die Arbeiten waren umfangreich. Sämtliche Register mussten in die Werkstatt zur Reinigung aller Pfeifen und der Orgel. Dann stellte man fest, dass Schimmel die Orgel und deren Holzteile befallen hatte. Mit einem Spezialreinigungsmittel und einer Mischung aus 70 Prozent Alkohol und 30 Prozent Wasser wurde der Schimmel entfernt. Am Orgelgehäuse fräste man Schlitze ein, um eine bessere Durchlüftung zu erreichen. Klemmende Türen wurden gängig gemacht, Schlüssel und Scharniere gefettet und fehlende Schlösser und Schlüssel ersetzt.

Sämtliche Bälge wurden neu beledert und auf Dichtigkeit geprüft. Überarbeitet wurde der Spieltisch, wo die Klaviaturbeläge in den Manualen stark ausgespielt waren. Zur Überarbeitung der Klaviatur wurde die Verkabelung abgeklemmt und ausgebaut. Danach erfolgte die Neueinregulierung und Justierung, Klappergeräusche wurden beseitigt. Komplett zerlegt werden musste die Pedalklaviatur, die auf geringere Anschlaggeräusche eingestellt wurde. Überarbeitet musste die Orgelbank werden, Schäden im Holz ausgebessert und neu lackiert. Der Spieltisch mit Holzpolitur musste aufgefrischt werden.

Elektrik mit Verkabelung vollkommen neu

Die neue Elektrik erforderte Sammelleitungen am Spieltisch, eine Transformator-Gleichrichter-Kombination, Verstärkerplatinen, Sicherungen und ein Kurzschlusskonzept. Zwischen den Verstärkerplatinen und Magneten erfolgte eine Neuverkabelung. Der Zustand aller Wipp- und Relaismagnete wurde überprüft und kaputte Wicklungen ersetzt. Vollkommen überarbeitet wurde die Elektronik des Spieltisches. Die Windladen wurden geöffnet, gereinigt und alle Funktionen überprüft. Die Windanlage und Windversorgung wurde nach den Vorschriften der Landeskirche mit selbstlöschendem Dämmmaterial versehen. Der Spieltisch wurde auf ein selbstfahrendes Podest gestellt samt den Pedalklaviaturen der Orgelbank. Zugleich erfolgte eine Neuintonation der Grundstimmen und der Zungenstimmen sowie eine ausgleichende Nachintonation der sonstigen Register.