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20. November 2009
Ziibele, Speck, Chäs und Alemannisch halte zämme
Herbsthock der Muettersproch-Gsellschaft mit drei Autoren aus drei alemannischen Dialektregionen / Lieder, Gedichte, Geschichten
LÖRRACH (wik). Beim Herbsthock erlebten die Mitglieder der Muettersproch-Gsellschaft einen vergnüglichen Nachmittag mit alemannischen Liedern, Gedichten und Geschichten. Den Alemannischen Dialekt zu pflegen, hat sich die Muettersproch-Gsellschaft zur Aufgabe gemacht. Deshalb lädt sie zu Veranstaltungen wie dem Herbsthock Dichter, Autoren und Liedermacher ein, die in Alemannisch sprechen. Die Muttersproch-Gsellschaft hat 22 Gruppen im Badener Land, die Gruppe Dreiländereck hat 310 Mitglieder, wie die Vorsitzende Verena Schroeder sagte.
Diesmal konnten die Besucher gleich drei Varianten des alemannischen Dialektes erleben: aus dem Elsass war Jean-Christoph Meyer angereist, der in Therwil lebende Hansjörg Hänggi präsentierte Texte in Baselditsch und Edith Kummerer aus Hauingen vertrat das Wiesental.
Nachdenkliches trug Jean-Christoph Meyer vor. Er erzählte, dass in seiner Kindheit die Kinder in der Schule angehalten wurden, Französisch zu sprechen, wer Elsässisch sprach, musste mit Strafen rechnen. Diese Erlebnisse prägten seine Gedichte auch inhaltlich. Meyer las auch Gedichte seines Großvaters, "der letzte elsässische Autor, der in Hochdeutsch gedichtet hat", wie er sagte.
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Mitreißend war der Auftritt von Edith Kummerer, die ihre alemannisches Lieder mit ihrer 12-saitigen Gitarre begleitete. Das Publikum sang ihre Lieder wie "Es isch nur e Träumli gsi" oder das Lied vom schönen Berner Oberland mit.
Hansjörg Hänggi begeisterte mit großem Wortwitz. Seine selbst verfassten Gedichte, Lieder und Geschichten griffen Alltagsituationen mit viel Humor auf. Dabei spannte er den Bogen zwischen Elsass, Schwarzwald und Schweiz, etwa mit seiner Ziibele-, Speck- und Chäs-Polka. Gerichte mit Zwiebeln, Speck und Käse schmecken in allen drei Regionen sehr gut, liegen einem aber hinterher, ortsunabhängig, wie ein Stein im Magen. Seine Geschichte von Lea und ihren Nonno beschäftigt sich mit Dialekt. Diese schrieb er in "Standard-Deutsch", so der offizielle Schweizer Ausdruck für Hochdeutsch, wie er augenzwinkernd erklärte.
Autor: wik
