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13. September 2017

Zu Gast im Schloss Bellevue

Nach dem Motto "Ehre wem Ehre gebührt" lädt der Bundespräsident einmal im Jahr zum Bürgerfest – zwei Lörracher waren dabei.

  1. Über den Trubel vom Wochenende sprachen Günther Geiser (rechtes Bild, links) und Dirk Furtwängler am Montag im Bühneli. Foto: Geiser /  Beha

  2. Foto: Sarah Beha

LÖRRACH. Es ist ein großes Spektakel. Einmal im Jahr lädt der Bundespräsident mehr als 4000 Ehrenamtliche zu sich ins Schloss Bellevue ein, um in einer großen Feier deren Arbeit zu würdigen. Zu den geladenen Gästen gehörten in diesem Jahr die Lörracher Günther Geiser und Dirk Furtwängler, die sich seit vielen Jahren engagieren.

Sie hätten nicht schlecht gestaunt, als sie irgendwann im Juli eine Einladung erhalten hätten, erinnern sich Dirk Furtwängler und Günther Geiser am Montagabend im Gespräch mit der Badischen Zeitung. In filigraner Schrift stand da, dass sie am 8. September zum Bürgerfest der Ehrenamtlichen im Schloss Bellevue eingeladen sind. Als Dank und Anerkennung für ihre ehrenamtliche Arbeit. "Ich arbeite seit 1975 ehrenamtlich für das Bühneli-Theater und es ist natürlich eine große Ehre für mich, dass diese Arbeit jetzt so gewürdigt wurde", sagt der 78-jährige Günther Geiser. "Ich musste mir erst einmal einen Anzug kaufen gehen", erzählt Dirk Furtwängler, der seit 2007 Vorsitzender des Behindertenbeirats ist und sich für die Belange von Menschen mit Behinderung einsetzt.

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Die schicke Kleidung war denn auch notwendig. Für das Fest wurde der Schlosspark herausgeputzt, auf dem mehrstündigen Programm standen neben einer Rede des Bundespräsidenten musikalische Auftritte von berühmten Künstlern, etwa des Pianisten Lang Lang. Am Abend gab es eine Lichtshow und ein Feuerwerk. "Wir durften alle über einen roten Teppich schreiten und am Rand standen Kellnerinnen und Kellner mit Häppchen und Getränken", berichtet Günther Geiser. Der ganze Park glich einer Festwiese, überall gab es Essens- und Getränkestände. "Wir sind viel rumgelaufen und haben alles auf uns wirken lassen", sagt Furtwängler, der mit seiner Mutter angereist war. Einmal habe er eine Mitarbeiterin gefordert, erzählt Furtwängler schmunzelnd. "In einer Vitrine waren die ganzen Ordensabzeichen ausgestellt und ich habe gefragt, ob ich die auch mal anfassen dürfte", so Furtwängler, der blind ist. "Die Mitarbeiterin war erst verwirrt, hat die Vitrine dann aber geöffnet und sich sehr über mein Interesse gefreut."

Und welchen Eindruck machte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf die beiden? "Ich habe im Internet zuerst einmal seine Stimme angehört", sagt Furtwängler, "damit ich ihn auch erkenne, wenn er neben mir steht." So nah kamen Geiser und Furtwängler dem Bundespräsidenten allerdings nicht. "Bei 4000 Leuten ist das auch kein Wunder", so Geiser. Die Rede und die Dankesworte hätten ihnen aber gut gefallen, urteilen beide. "Er hat das Ehrenamt voll umfassend hervorgehoben, sich für die Demokratie ausgesprochen und dazu aufgefordert, zur Wahl zu gehen", erzählt Günther Geiser.

Ein kleiner Rundgang durch Berlin durfte bei dem besonderen Besuch natürlich auch nicht fehlen. Günther Geiser und seine Frau hatten sich gleich für vier Tage ein Hotel genommen. Dirk Furtwängler und seine Mutter besuchten die wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Wieder zurück in Lörrach, bleibt ihnen die Erinnerung. "Der Urlaub in Berlin, das tolle Fest, das reichhaltige Essen – es war schon sehr schön. Nur das Wetter hätte besser sein können", resümiert Günther Geiser. Dirk Furtwängler pflichtet ihm bei. "Mich hat der komplette Anlass beeindruckt. So einen Besuch beim Bundespräsidenten erlebt man ja nicht jeden Tag."

Autor: Sarah Beha