Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

07. Januar 2014

Zundeleien beim Gildenempfang

Beim Neujahrsempfang der Narrengilde kündigt der Obergildenmeister zwei Neuheiten an / 2014 auch ein Wahljahr bei der Gilde.

  1. Im Amt: Bürgermeister Michael Wilke ist jetzt als Protektor der Lörracher Fasnacht inthronisiert, hier flankiert von Obergildenmeister Jörg Roßkopf und dem Zeremonienzundel Sarah Roßkopf. Foto: Nikolaus Trenz

  2. Zundelchef Kurt Kammerer (links) leitete den ersten Auftritt der wiedergegründeten Zundel; Felix Rudolf von Rohr (Basel) wurde Ehrennarr. Foto: Nikolaus Trenz

  3. Foto: Nikolaus Trenz

LÖRRACH. Die Zepterübergabe vom alten auf den neuen Protektor der Lörracher Fasnacht steht im Mittelpunkt des Neujahresempfangs der Narrengilde Lörrach im Gemeindehaus St. Fridolin – ein Traditionstermin am Dreikönigstag, dem offiziellen Start in die alemannische Fasnacht. Die Protektorenwürde wechselte vom Basler Felix Rudolf von Rohr auf Bürgermeister Michael Wilke. Der Basler wurde für seine grenzüberschreitenden Verdienste zum Ehrennarr der Gilde ernannt.

Zahlreich waren Fasnächtler und Freunde der Fasnacht, voran die Landtagsabgeordneten Rainer Stickelberger und Ulrich Lusche sowie Landrätin Marion Dammann, ins Gemeindehaus St. Fridolin in Stetten gekommen. Sie hörten nicht nur Neuheiten und Wichtiges zur Fasnachtskampagne 2014, sie erlebten auch eine Premiere: Nach dem die Zundel, die seit den Anfängen 1936 zur Lörracher Fasnacht gehörende Traditionsfigur, vor einigen Jahren aus dem bunten Bild der lokalen Cliquen und Hästräger verschwunden waren, wurde vor einem Jahr beim Neujahrsempfang die Rückkehr der Zundel angekündigt. Jetzt sind sie wieder da und erfreuten auch mit Zundeleien – einigen Pyramiden, wie man die Zundel kennt.

Werbung


Zwei Neuheiten stehen heuer im Lörracher Narrenfahrplan: eine Narrenmesse am Fasnachtsonntag in St. Bonifatius und eine alkoholfreie Veranstaltung für 13- bis 18-Jährige mit neuem Sponsor, die McDonalds Party Mania. Obergildenmeister Jörg Roßkopf stellte den neuen Leiter der Seelsorgeeinheit Lörrach, Pfarrer Thorsten Becker, als "Fasnachtspfarrer" der Kreisstadt vor und meinte, mit diesen beiden Angeboten, Messe und Ü18-Party, müsste nun in Lörrach "jeder ein kleines Stück Fasnacht finden". Es reicht vom Narrenbaumsetzen über das Schnitzelbanksingen, den Dällerschlägg, die Guggeexplosion und den Umzug bis zum Monsterkonzert am Fastnachtsdienstag. Die Guggeexplosion wird auch in den nächsten drei Jahren von der Migros Basel unterstützt, sagte deren Präsident , Ruedi Grüninger in wohl gesetzten Reimen zu.

In ebensolcher Weise verabschiedete sich der erste Basler Protektor in der Lörracher Fasnacht, Felix Rudolf von Rohr, aus dem Amt und wurde als "perfekter Botschafter der Lörracher Fasnacht" über Stadt- und Landesgrenze zum Ehrennarr ernannt. Er befindet sich damit in Gesellschaft von Alt-OB Rainer Offergeld, den Ex-Protektoren Erich Fischer und Rainer Zisselberger oder OB Gudrun Heute-Bluhm und ist der achte in dieser Reihe.

Der neue Protektor, Bürgermeister Michael Wilke, bewies in seiner Antrittsrede trockenen Humor und hintergründigen Witz. Nachdem man ihm ja zu Beginn seiner Fremdeln mit der Fasnacht ncahgesagt wurde, meinte Wilke jetzt, er sei auf die neue Aufgabe gut vorbereitet, da er doch vielen Narren begegne. Er freue sich auf die Aufgabe als Protektor. Das sehe man den einen weniger, den anderen mehr an – "mir sehen Sie’s dieses Jahr mehr an."

Das Jahr ist ein Wahljahr, weshalb der Obergildenmeister schon den Wunsch formulierte, dass das neue Stadtoberhaupt wie die bisherigen die Fasnacht unterstützen solle. Die Zusammenarbeit zwischen Gilde und Stadt sei in Lörrach von ganz besonderer Qualität. Da 2014 auch für die Narrengilde ein Vorstandswahljahr ist, kündigte Jörg Roßkopf schon mal an, er werde sich der Wahl stellen. Vorher wird erst mal Fasnacht gefeiert.

Autor: Nikolaus Trenz