Zurück in die Fünfziger

Heidemarie Wussler

Von Heidemarie Wussler

Di, 28. März 2017

Lörrach

Das Duo "Revue Bellevue" spielte sein Programm "Himbeereis und flotte Käfer" im Bühneli.

LÖRRACH. Auf eine nostalgische Reise in die 50er und 60er Jahre nahm das Duo Revue Bellevue (Alexander und Gabriele Russ) die Besucher des Bühneli am Freitagabend mit. Gabriele und Alexander Russ sangen in ihrer Revue "Himbeereis und flotter Käfer" nicht nur die Hits von damals, sie parodierten, spielten Puppentheater und zeigten einen Ausschnitt aus den damaligen Werbespots.

Viele Ohs und Ahs beim Erkennen der Lieder gab es beim Publikum, das nicht nur aus Menschen bestand, die die 50er und 60er als Kinder und Jugendliche erlebt haben. Auch Jüngere ließen sich von der guten Laune des Duos mitreißen. Alexander Russ betonte zu Beginn, dass alles handgemacht sei bei ihrer Schau, was hieß, sie begleiteten ihren Gesang mit Gitarren, Mandoline, Konzertina und Percussion.

Die Zwei legten gleich schwungvoll los mit ihrer Wirtschaftswunder-Show. Vom "Mäckie Boogie" von Evelyn Künneke, Trude Herrs "Ich will keine Schokolade", Cornelia Froboess "Lady Sunshine und Mister Moon" über Minas "Heißen Sand" bis zu Siw Malmquists "Liebeskummer lohnt sich nicht" oder Lolitas "Seemann". Mit "Schuld war nur der Bossa Nova" von Manuela und schließlich Medleys von Catarina Valentes Hits und Bill Ramseys bekanntesten Liedern ging es Schlag auf Schlag. Es war eine mitreißende Show, die die Zwei präsentierten. Man hätte am liebsten mitgesungen, wozu die Künstler bei der Zugabe "My Baby balla balla" auch aufforderten.

Russ parodierte gekonnt in seinen Überleitungen Stars der damaligen Zeit wie Radiokommentator Herbert Zimmermann bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 oder Heinz Schenk vom "Blauen Bock". Zusammen mit seiner Frau Gabriele gab er eine Szene der damals bekannten Karnevalsputzfrauen Frau Babbelich und Frau Strubbelich zum Besten – köstlich. Nostalgisch auch die Urmel-Geschichte der Augsburger Puppenkiste mit Mama Wutz und dem Urmeli, die große Begeisterung beim Publikum hervorrief, wie auch die Zweizeiler von Heinz Erhardt.

Kleine Höhepunkte waren Filme mit den Werbespots von damals. Es war herrlich anzusehen, wie und wofür damals geworben wurde. Eigentlich wollten sie das HB-Männchen zeigen, erzählte Russ, doch das wurde nicht genehmigt. Aber sie haben dennoch so tolle Momente zusammengetragen, dass man das Männchen nicht vermisste. Wer unter den Älteren erinnert sich nicht an die Werbungen von Opel, Vivil, 4711, "Nur die" mit den Kessler Zwillingen oder den Bären von Bärenmarke? Die Besucher amüsierten sich köstlich. Dann hieß es "Zum Abschied leise Servus" und "Wir wünschen Euch ein frohes Wochenende" und aus war’s mit dem unterhaltsamen Abend.

Rainer Sautter überreichte den beiden "ausnahmsweise", wie er mit einem Schmunzeln sagte ein beziehungsreiches Gastgeschenk, ein Fläschchen 4711. Theaterleiter Günther Geiser zeigte sich erfreut über ein praktisch ausverkauftes Haus. Dass es den Besuchern gefallen hat, bewiesen der große Beifall nach jedem Lied und die Zugabe-Rufe. Neben dem erwähnten "Balla balla" sang Revue Bellevue nochmals aus vollem Hals Drafi Deutschers "Marmor, Stein und Eisen bricht" und ein wehmütiges "Wir wollen niemals auseinander gehen" von Heidi Brühl aus der neuen Schau "Shake Hands".