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15. November 2008

FDP ernennt Groh zum Ehrenmitglied

Jahreshauptversammlung der Breisacher Liberalen / Bei der nächsten Kommunalwahl hofft die Partei auf 15 Prozent und 4 Sitze.

BREISACH. "Er hat uns große Schuhe hinterlassen", sagte Freddo Dewaldt, Vorsitzender des Breisacher FDP-Ortsvereins, über den langjährigen Stadtrat Dr. Rüdiger Groh. Dieser wurde am Donnerstagabend im Rahmen der Jahreshauptversammlung zum Ehrenmitglied ernannt. Außerdem wurden Dagmar Ewert-Groh zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden und Mario Glampe zum neuen Schriftführer gewählt.

"Der Countdown für die bevorstehende Kommunalwahl läuft", betonte Dewaldt. Zuletzt sei die FDP/FWB-Fraktion auf einen Stimmenanteil von 15 Prozent gekommen und habe 4 Sitze im Stadtrat gewinnen können. Dies zu wiederholen werde schwierig, weil "Stimmenkönig" Dr. Rüdiger Groh nicht mehr zur Verfügung stehe. Deshalb solle die Versammlung auch dazu genutzt werden, um junge Mitglieder für die FDP zu gewinnen.

Aus diesem Grund wolle man auch den Vorstand vergrößern und so wurde das Gremium um die stellvertretende Vorsitzende Dagmar Ewert-Groh erweitert. Außerdem ist Mario Glampe neuer Schriftführer, der damit Dieter Trömel nachfolgt. Sonst ergaben die Wahlen keine Veränderungen. Vorsitzender bleibt Freddo Dewaldt und Werner Schneider Schatzmeister. Neuer Kassenprüfer ist Manfred Hansel. Des Weiteren berichtete Schneider von einem positiven Kassenstand.

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Besonders freute sich Dewaldt darüber, dass er Dr. Rüdiger Groh zum Ehrenmitglied des Breisacher FDP-Ortsvereins ernennen durfte. Dewaldt würdigte vor allem die Arbeit Grohs, der seit 1979 Mitglied der FDP ist, im Breisacher Stadtrat. Er habe sich immer für die Rosmann-Klinik engagiert. Auch Kindergärten und Schulen seien ihm wichtig gewesen und so habe er sich als charismatischer Bürgervertreter ausgezeichnet. Außerdem wurden Rosemarie Trömel und Herbert Quenett für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Neben einer Urkunde und einem Präsent überreichte Dewaldt den beiden die Theodor-Heuss-Medaille in Silber.

Auch Dieter Ehret, der FDP-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis Emmendingen, freute sich, dass er bei seinem "Patenkind", dem Ortsverein Breisach, zu Gast sein durfte. Dieser verfüge über eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Mitgliedern, betonte er.

Ehret ging auf einige landespolitische Themen ein, die Breisach betreffen. Er freute sich besonders, dass die Stadt dem trinationalen Atomschutzverband (Tras) beigetreten ist. "Ich habe mich auch gegen eine Laufzeitverlängerung des Kernkraftwerks in Fessenheim ausgesprochen", sagte er. Besonders die Sicherheit des Kraftwerks bei einem Erdbeben sei fragwürdig. Außerdem biete das Gelände Platz für weitere Reaktoren und bei der Haltung des französischen Präsidenten Sarkozy müsse der Bau eines neuen Reaktors in jedem Fall verhindert werden.

Auch gegen Mehrheitsbeschlüsse der Landtagsfraktion wisse er seine Haltung zu vertreten und "ich stehe dazu", betonte der Landtagsabgeordnete, der damit den Breisacher Liberalen sehr imponierte. Groh betonte, dass es bemerkenswert sei, dass Ehret und die Fraktion des Stadtrats ihre gemeinsame Linie auch gegen die Parteispitze vertreten. Die Zeit, die Radioaktivität brauche, um wieder abzuklingen, sei nicht verantwortbar, ergänzte Groh.

Ehret warnt vor Malaria

Ehret sprach auch den Hochwasserschutz am Oberrhein an. Unter anderem wies er auf die Problematik von Malaria hin. Der Oberrhein sei einst das Hauptgebiet in Europa für die Krankheit gewesen. Besonders im Zusammenhang mit der Bildung von Tümpeln und der Klimaerwärmung dürfe diese Problematik nicht außer acht gelassen werden. Man wolle kein Horrorszenario ausmalen, sondern lediglich andere für das Thema sensibilisieren, schilderte der Landespolitiker.

Auch Lothar Neumann, Vorsitzender der Bürgerinitiative für eine verträgliche Retention Breisach-Burkheim, bestätigte, dass es nach wie vor viel zu tun gebe. Neumann wies unter anderem darauf hin, dass es weitere Informationen zum aktuellen Stand der Debatte am 1. Dezember bei einer Mitgliederversammlung in der Burkheimer Winzergenossenschaft geben wird.

Autor: Benjamin Bohn