Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
19. November 2009
Positive Entwicklung selbst gestalten
Regierungspräsident Julian Würtenberger sprach in Schelingen über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit.
VOGTSBURG-SCHELINGEN. "Wir können dankbar sein, dass wir heute in Frieden und Freiheit miteinander leben und zu unseren Nachbarn ein gutes Verhältnis haben", betonte Regierungspräsident Julian Würtenberger bei seinem Besuch in der Schelinger Festhalle. Vor Mitgliedern der CDU Vogtsburg, des CDU-Kreisvorstandes und der Senioren-Union sprach er über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit und ging auf aktuelle Themen ein.
"Nach den zwei Weltkriegen war es nicht selbstverständlich, über die Grenzen hinweg zusammen zu arbeiten", hob Würtenberger hervor. Noch zu der Zeit, als er Mitglied in der Jungen Union war, seien gemeinsame Projekte, beispielsweise mit Frankreich, kritisch beäugt worden. In den Mittelpunkt seines Vortrags stellte der Regierungspräsident Themen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit mit Frankreich und der Schweiz."Vor allem im Bereich der Wirtschaft und Wissenschaft muss zusammen gearbeitet werden", forderte Würtenberger. Projekte müssten gefördert und Ideen weiter angekurbelt werden. Als Beispiele nannte Würtenberger unter anderem Phaenovum, das Schülerforschungszentrum im Dreiländereck in Lörrach. Ziel sei es, Kinder und Jugendliche aus der Region für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern und gut auszubilden.
Werbung
"Was wird denn in den nächsten Jahren zu erwarten sein?" fragte der CDU-Kreisvorsitzende Patrick Rapp und appellierte, auch in Zukunft mit dem Erbe pflichtbewusst umzugehen. "Es ist nicht selbstverständlich, dass wir in Frieden leben und über die Grenzen hinweg zusammen arbeiten." Er lobte die Veranstaltung, die Thomas Schätzle, organisiert hatte.
Im Anschluss diskutierten die Gäste mit dem Regierungspräsident über aktuelle Themen. "Wir können die positive Entwicklung selbst gestalten. Es muss weiter das Bewusstsein geweckt werden, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit für uns wichtig ist", forderte Vogtsburgs Bürgermeister Gabriel Schweizer. Ihm liege vor allem das Thema Französisch als erste Fremdsprache am Herzen. "Die Chance hat einen Dämpfer erfahren", sagte er. Es sei jede Anstrengung Wert, nochmals einen Anlauf zu nehmen, um die sprachlichen Grenzen zu den Nachbarn zu überwinden, betonte Schweizer.
"Wir müssen an dem Thema dran bleiben", pflichtete Würtenberger bei. Eigentlich habe sich die Landesregierung für die Einführung von Französisch als erste Fremdsprache entschieden, doch die Eltern, die dagegen klagten, bekamen Recht. "Für die Gastronomie und den Einzelhandel entlang der Grenze ist Französisch überlebenswichtig", hob der Regierungspräsident hervor.
Würtenberger sprach auch verschiedene Projekte an. "Warum soll der TGV in Mulhouse enden? Die Anbindung 60 Kilometer weiter bis Freiburg ist wichtig", sagte er. Für den Güter- und Fremdenverkehr müsse darüber hinaus der Flughafen Basel noch besser genutzt werden, forderte der Regierungspräsident.
Auch den Ausbau der A5 oberhalb von Offenburg ab dem kommenden Jahr sprach er an. "In wenigen Jahren haben wir dann eine moderne Autobahn", hob er hervor. Die Strecke südlich von Offenburg müsse ebenfalls in den vordringlichen Bedarf.
Autor: Christine Aniol
