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22. August 2009
Leiche in Staufener Villa
Sechs Studenten aus Furtwangen drehen "Snippit – 15 Minuten bis Lebenslänglich".
STAUFEN. Laufende Kameras sind in der Fauststadt ja nun wahrlich keine Seltenheit mehr. Doch dieses Mal geht es nicht um Risse, sondern um Mord. Jawohl, Mord. Und zwar in einer Staufener Villa. Festgehalten wird dieses spektakuläre Ereignis von sechs Studenten der Fakultät Digitale Medien an der Hochschule Furtwangen, die im Rahmen eines Projekts einen Film in der Fauststadt drehen.
Dabei handelt es sich jedoch nicht einfach um einen spannenden Krimi, sondern um ein interaktives Filmvergnügen, bei dem der Zuschauer selbst per Mausklick in die Rolle des ermittelnden Kommissars Ernst Schneider schlüpfen und den Fall lösen kann. Der Zuschauer setzt sich quasi seine Geschichte des Tathergangs durch Aussagen von Zeugen und Verdächtigen selbst zusammen.Was wiederum den Filmtitel, nämlich "Snippit" erklärt. "Snippets" bedeutet so viel wie Schnipsel und "to snipp" etwas schneiden, in dem vorliegenden Fall also das eigene Filmvergnügen, bei dem jeder selbst entscheiden kann, welche Gegenstände oder Zeugen zur Aufklärung des Falls beitragen könnten.
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Denn gleich fünf Personen, die alle ein Motiv haben, den Adeligen Ferdinand von Reichenau um die Ecke zu bringen, stehen zur Auswahl, wie Benni Obenaus, der gemeinsam mit Clemens Sielaff, Julia Schmitt, Florian Wagner, Armin Lusch und Benjamin Ehlert zum Projektteam gehört, erzählt.
Mit entsprechenden Klicks können die polizeilichen Verhöre gesteuert und die Dialoge beeinflusst werden. Auf jede Frage gibt’s dann eine – mehr oder weniger nützliche – Antwort (meist durch einen Flashback im Film), die den Spieler mit weiterführenden Informationen versorgt. Doch Vorsicht: Nicht jede Zwischenfrage ist sinnvoll, aber jede kostet wertvolle Zeit. Und die hat der Zuschauer nicht unbegrenzt zur Verfügung, denn der Film trägt nicht umsonst den Untertitel "15 Minuten bis Lebenslänglich". Wem’s in dieser Zeit nicht gelungen ist, den Fall zu lösen, kann schlicht wieder von vorne mit den Ermittlungen beginnen.
Hinter dieser Viertelstunde Filmvergnügen steckt allerdings jede Menge Arbeit. Denn die sechs Studenten mussten nicht nur das Drehbuch zu diesem delikaten Fall schreiben, sondern sich auch um die Schauspieler, Drehorte, Software, Requisiten et cetera, et cetera kümmern – eben einfach um alles, was zu einem Filmprojekt von Anfang bis Ende gehört.
Und da Florian Wagner aus Staufen kommt, war es naheliegend, auch in der Fauststadt Filmaufnahmen zu machen. Gedreht wird in einem Restaurant, einem Friseurgeschäft und in einer Villa. Damit das Ganze auch lebensecht wirkt, sucht das Team jetzt noch Statisten, die bei diesem Projekt mitmachen wollen. "Alter und Geschlecht spielen dabei keine Rolle", versichert Benni Obenaus. Freuen würden sich die Studenten auch über Sponsoren für ihr Projekt.
Unterwegs zu Dreharbeiten ist das Filmteam zwischen 13. und 21. September nicht nur in Staufen, sondern auch in Furtwangen und Freiburg. Und in Baden-Baden, wo die Studenten an den Original-Drehplätzen des SWR die Verhörszenen drehen dürfen.
Ende Januar wird das Filmprojekt dann in Furtwangen bei der Media-Night vorgestellt. Und bis der Film fertig ist, muss die Aufklärung des Mordfalls noch warten. Denn wer jetzt nun der meuchelnde Bösewicht ist – das wollte Benni Obenaus nicht verraten.
Autor: ute Wehrle
