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10. Juli 2014

Der Minister vor hohen Wänden

Großer Bahnhof und Treckerparade für Winfried Hermann.

  1. Verkehrsminister Hermann in Müllheim Foto: Volker Münch

  2. Verkehrsminister Hermann in Müllheim Foto: Volker Münch

  3. Verkehrsminister Hermann in Müllheim Foto: Volker Münch

MÜLLHEIM. Mit großem Bahnhof und einer stattlichen Treckerparade wurde gestern Abend Winfried Hermann erwartet. Die Initiativen Bürger-Bündnis Bahn und MUT sowie Landwirte aus Auggen und Hügelheim bescherten dem Landesverkehrsminister im und vor dem Müllheimer Bürgerhaus einen gewaltigen Empfang und vermitteltem ihm optisch wie akustisch einen Eindruck von der Wirkung der offiziellen Bahntrasse, die die Region auf jeden Fall verhindern will.

Mit ihrer Ankündigung, der Minister werde pünktlich eintreffen, schließlich komme er mit der Bahn, erntet Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich im um kurz vor sieben noch nicht ganz voll besetzten Bürgerhaussaal einige Lacher. Sie sollte recht behalten. Wesentlich höher gesteckt als die Erwartungen an die Bahn, waren jene, die die Anwesenden dem Minister entgegenbrachten. Man erwartete von ihm eine klare Aussagen, am liebsten ein Bekenntnis zur Alternativtrasse "Die beste Lösung", die Gerhard Kaiser vor dem Eintreffen des Ministers nochmal in aller Kürze dem interessierten Publikum erläuterte. Die Bürgerinitiativen planen nicht nur eine effizientere Trassenführung mit größerer Zugkapazität als die Bahn, sondern gleich eine Lösung mit für den Bahnhof Müllheim als künftigen Knotenpunkt der S-Bahnen von Nord und Süd. Der größte Wunsch an den Minister: Die Zusicherung, dass er sich dafür als Vertreter des Landes im Projektbeirat einsetzen wird. Und das wird er wohl auch, denn die Alternativtrasse steht tatsächlich auf der Tagesordnung des Projektbeirats. Auch die Teilnehmer haben die Hoffnungen der Veranstalter erfüllt. Sie kamen so zahlreich, dass sie zumindest ein klares Signal setzten konnten und dass kein Zweifel mehr daran besteht, dass die Region hinter der Trasse steht, die ihr die geringste Lärmbelastung, den geringsten Landverbrauch und auch den Erhalt der Landschaft verspricht.

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"Wir kommen spät aber nicht zu spät, denn die Bahn steht mit ihrer Planung in diesem Abschnitt noch am Anfang, sagte Bürgermeisterin Siemes-Knoblich. Die Beste Lösung nannte sie einen Gewinn für die Region, Bund, Land und letztlich auch für die Bahn. Das Bürger-Bündnis Bahn, das in engem Schulterschluss mit der MUT, der Stadt Müllheim und der Gemeinde Auggen auftrat, hatte sich schwer ins Zeug gelegt, nicht nur mit der Präsentation der technischen Lösung. Auf dem Parkplatz vor dem Bürgerhaus war sozusagen das Schreckensszenario aufgebaut, das man mit der offiziellen Bahntrasse verbindet: hohe Lärmschutzwände und ein kleiner Bahnhof.

Autor: Julia Jacob Und Gabriele Babeck-Reinsch