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15. Mai 2009

Noch ist der Ausbildungsmarkt intakt

Doch im kommenden könnten Lehrstellen knapp werden / Derzeit 11 000 Kurzarbeiter in der Region Freiburg

  1. Sie werden ausgebildet: Firmenchef Horst Prodinger (links) mit den Azubis (von links) Michael Lippert, Kristina Kury, Kevon Stöhr und Nikolaj Jung sowie Boris Gourdial von der Agentur für Arbeit Foto: Zimmermann-Dürkop

GUNDELFINGEN/LANDKREIS BREISGAU-HOCHSCHWARZWALD. "Rüstet euch durch Ausbildung für die Zukunft", appelliert Boris Gourdial anlässlich des Tages des Ausbildungsplatzes an die Betriebe in der Region. Noch sieht der Geschäftsführer für den operativen Bereich der Agentur für Arbeit Freiburg in seinem Zuständigkeitsbereich "einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Thema". Sorgen bereite jedoch das Problem der Übernahme von Auszubildenden. Bei der Gundelfinger Prodinger OHG, bei der Gourdial gestern zu Gast war, hat Ausbildung offensichtlich einen hohen Stellenwert.

"Ausbildung ist bedeutend für die Zukunftsfähigkeit der Betriebe", betont Gourdial. Insbesondere in der Krise sei es wichtig, daran festzuhalten. "Der Stelleneinbruch bei den Teil- und Vollzeitstellen hat den Azubimarkt noch nicht erreicht", sagt er für den Arbeitsmarkt in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen und der Stadt Freiburg. Das zeige Verantwortungsbewusstsein, denn "der Fachkräftemangel kommt". Wer ausbilde, rüste sich für den Wettbewerb um Fachkräfte, der durch die demografische Entwicklung noch verstärkt werde.

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"Es gibt jedoch Hinweise, dass wir uns 2010 um Ausbildungsstellen Sorgen machen müssen", so Gourdial. Die Agentur für Arbeit stehe den Betrieben gerne hilfreich zur Seite, um Ausbildungsplätze zu erhalten. Für das Ausbildungsjahr 2008/2009 sei noch ein Überschuss an Ausbildungsplätzen gemeldet. Aktuell würden sich unversorgte Bewerber und offenen Stellen in etwa die Waage halten.

Zu einem Problem könnte laut Gourdial die Übernahme der jungen Leute in ein festes Arbeitsverhältnis nach Abschluss der Ausbildung werden. Die Unternehmen seien gut damit beschäftigt, ihre Stammbelegschaften zu halten. "Im Mai haben wir rund 11 000 Kurzarbeitsstellen in unserem Bereich", so Gourdial. "Kommt zur Agentur, bevor ihr eure Azubis freisetzt", appelliert er an die Betriebe, die in der Zwickmühle stecken.

"Möglichst alle Lehrlinge auch übernehmen"
Es sei auch psychologisch sehr wichtig, die jungen Mitarbeiter nah am Unternehmen, am Erwerbsleben zu halten. Die Agentur könne Hilfen anbieten und sei dabei, weitere zu entwickeln: "Wir wollen alles tun, um zu verhindern, dass Auszubildende nach der Lehre nicht übernommen werden".

Dass bei der Prodinger OHG, einem Handelsunternehmen für Verpackungsprodukte und Betriebshygiene, 90 Prozent der Auszubildenden weiterbeschäftigt werden, liegt auch an der steilen Entwicklung des bundesweit tätigen Unternehmens. So erklärt sich auch der große Anteil von 40 Azubis bei 330 Beschäftigten.

"Wer was werden will, soll Chancen haben", betont Horst Prodinger. Deshalb habe das Unternehmen die Aus- und Weiterbildung intern gezielt strukturiert. Fast wie ein drittes Bein neben dem Dualen System. "So gibt es das in anderen Betrieben nicht", erklären dazu die Lehrlinge. Mitschüler an den Berufsschulen hätten ihnen das bestätigt.

Parallel dazu gibt es die Prodinger-Stiftung. Auszubildende aus dem Verwaltungsraum Gundelfingen – sei es, dass sie dort wohnen oder eine Ausbildung machen – können auf Antrag eine Förderung bekommen, wenn sie sich zusätzlich qualifizieren wollen und dabei einen Teil der Kosten selbst übernehmen.

"Ausbildung ist wichtig und dabei ist nicht nur das eigene Unternehmen im Blick", so Horst Prodinger. Chancen hätten alle verdient.

Autor: Markus Zimmermann-Dürkop