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07. August 2008 15:48 Uhr

BZ-Aktion in Waldkirch

Bierspezialitäten im Zeichen des Hirschen

In der fünften Generation braut die Familie Neff Bier nach dem Reinheitsgebot von 1516 in der Hirschenbrauerei. Gestern ließen sich über 30 BZ-Leser den Brauvorgang erläutern. Das Interesse war deutlich größer, doch aus Kapazitätsgründen war die Zahl begrenzt.

  1. Inhaber Harald Neff erläutert bei der BZ-Aktion den Gärprozess. Foto: Christian Ringwald

  2. Uwe Bächle schenkt auf der „Seeterrasse“ ein Foto: Christian Ringwald

  3. Stets am Laufen: Die Fassbierabfüllung in der Hirschen-Brauerei Foto: Christian Ringwald



Beim Rundgang durch das 1904 erbaute markante Brauhaus nahe dem Stadtrainsee erläuterten Harald Neff und sein Braumeister, wie aus Wasser, Hopfen und Malz Bier entsteht. Dabei gingen die Besucher den Weg des Bieres – also vom Sudhaus in den Gärkeller, den Lagerkeller und in die Abfüllung. Beide dieses Jahr bei der DLG-Prämierung angestellten Biere (Pils und Export) erhielten "Gold".

Die Hirschenbrauerei wurde 1868 hinter dem Gasthaus "Hirschen" in der Waldkircher Innenstadt gegründet. 1904 bauten die Inhaber die Brauerei auf der "grünen" Wiese neu. Das markante Betriebsgebäude aus der Gründerzeit ist auch als "Modell" der Firma Faller erhältlich. Im Sudhaus stehen noch die "alten" handwerklich gearbeiteten Kupferkessel von 1904. Freilich wurde die Technik im Lauf der Jahre immer wieder verfeinert.

In der Sudpfanne wird das Malz zusammen mit dem Wasser – die sogenannte "Würze" – gekocht. Im daneben stehenden Läuterbottich wird dann die Würze in die festen und flüssigen Bestandteile getrennt. Die (flüssige) Bierwürze kommt zurück in die Sudpfanne und wird dann mit dem Hopfen etwa eine weitere Stunde gekocht. Über einen Plattenkühler geht es dann in den Gärkeller. Unter dem Zusatz von Hefe vergärt die Würze in den offenen Bottichen – der Alkohol entsteht. Anschließend reift das Bier bei etwas über Null Grad circa zwei Monate.

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"Bier von hier": Als regionale Brauerei vermarktet "Hirschen-Bräu" seine Biere im Umkreis von etwa 30 Kilometern mit Schwerpunkt im Elz- und Simonswäldertal. Da ein Großteil über die Gastronomie läuft, beträgt der Fassbieranteil über 50 Prozent. Da blieb die Frage nicht aus, was ist denn besser: Fass- oder Flaschenbier? Drin sei in beidem das gleiche, erläuterte Harald Neff, doch Fassbier schmecke in der Regel frischer. Denn Fassbier werde nicht solange gelagert und bleibe ununterbrochen gekühlt.

Laut Neff wird Hirschenbräu – anders als die "Fernsehbiere"  – nicht pasteurisiert und ist deshalb nur fünf Monate haltbar. Die Farbe des "Dunkel"-Biers kommt vom Malz. Und Bockbier enthält mehr Malz, also auch mehr Zucker – und deswegen ist diese Sorte süffiger und alkoholreicher. Wegen des Trends zu regionalen Produkten kann die Hirschenbrauerei den Bierausstoß in etwa halten.

Die BZ-Besucher stießen abschließend auf der Seeterrasse an. Sie gehört der Hirschen-Brauerei und wird wie auch die Gaststätte "Stadtrain" von der Familie Bächle bewirtschaftet: Prost!

Autor: cri


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