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18. Oktober 2016

Klangvoller Auftritt

Beim "Klangkunst Openair" am Elztalmuseum wurde die neue "Klamauk-Orgel" vorgestellt.

  1. Sponsor Wolfgang Ingold freute sich über die Fertigstellung der von ihm finanzierten Klamauk-Orgel und ihren Klang. Foto: Fotos: Sylvia Sredniawa

  2. Die Damen des Ballettstudios Ute Anna tanzten zur Orgelmusik. Foto: Sylvia Sredniawa

  3. Der Kollnauer Chor Klangwerk.pop sang beim Klangkunst-Openair. Foto: Sylvia Sredniawa

WALDKIRCH. Viele Schau- und Hörlustige fanden sich am Sonntagnachmittag zum "Klangkunst Openair" am Elztalmuseum ein. Für Mitte Oktober war das Wetter recht warm, so dass der Vorstellung der neuen Klamauk-Orgel nichts im Wege stand. Zum Glück, denn das Instrument mit über 400 Pfeifen und weiteren Klangelementen sowie einer bunten, beweglichen Front war es wert, gehört und gesehen zu werden.

Nach einleitenden Worten durch Oberbürgermeister Roman Götzmann und Museumskuratorin Evelyn Flögel zur Entstehungsgeschichte dieser besonderen Orgel (BZ berichtete am 6. Oktober) sowie einem ersten beeindruckenden Tusch kam der Ideen- und Geldgeber für das Instrument, Wolfgang Ingold, zu Wort. Er berichtete, wie er schon von klein auf mit der Orgelwelt in Waldkirch Bekanntschaft schloss. Später habe er oft bedauert, dass die Dreh- und Jahrmarktsorgeln meist in ihrer historischen Dimension belassen werden, ohne dass eine Weiterentwicklung erkennbar ist. Deshalb initiierte er nacheinander drei Projekte: Den Bau der Katzenorgel (eine Drehorgel mit einer bunten, vom Künstler Otmar Alt gestalteten Fassade); danach die "Altobella Furiosa" (bei der nun auch der Orgelprospekt in eine zur heutigen Zeit passende Form gebracht wurde) und schließlich die "Klamauk-Orgel" – alle drei überließ er der Stadt Waldkirch.

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Die "Klamauk-Orgel" hat mit einer Jahrmarktsorgel von Wilhelm Bruder Söhne (um 1900 gebaut, früher in der Rathauspassage ausgestellt) einen historischen Bestandteil. Dieser wurde aber durch viele zusätzliche Pfeifen und weitere Klangelemente ergänzt und mit einer neuen Fassade versehen. "Da hinter mir stehen meine zwei Ferraris, deshalb fahre ich zu Hause mit dem Fahrrad", spielte Ingold humorvoll auf die Kosten des Instruments und seiner Orgelleidenschaft an.

Ingold machte auch darauf aufmerksam, dass sich in der Fassade allerlei Würste bewegen, was der Orgel zunächst den Arbeitstitel "Wurstorgel" einbrachte. Und wer genau hinsieht, entdeckt auch, dass neben der lustigen Dirigentenfigur ein Schwein und eine Kuh stehen und beim Musizieren der Orgel immer wieder ein Hund aus der Hütte kommt, um eine Wurst zu schnappen. Hinter diesen Elementen verbirgt sich eine Anspielung auf den Broterwerb des Sponsors: Ingold ist Geschäftsführer eines großen Wurstproduzenten in Westfalen.

Orgelbaumeister Stefan Fleck betonte, dass es "der Traum jedes Orgelbauers" sei, "solch ein Instrument bauen zu dürfen". Der Sponsor habe freie Hand beim Tüfteln und Bauen gelassen, sämtliche Waldkircher Orgelbauer hätten für die "Klamauk-Orgel" ihre Ideen eingebracht, außerdem dankte er Franz Bachmann von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich für die Mitarbeit. Die neue Orgel verfüge nun über einen vollständigen Tonumfang vom Contra-G bis zu G4. Zusätzlich eingebaut wurden Zauberflöten sowie Trompeten-, Posaunen- und Celloregister. Auch Glockenspiele und Trommel fehlen nicht. Dass das alles zusammen gut klingt und vom klassischeren Titel, über Kinderlieder bis zu Rock und Pop hervorragend gespielt werden kann, wurde beim "Klangkunst Openair" eindrucksvoll bewiesen. Da juckte es manchem in den Füßen, ein Tänzchen zu wagen. Für zusätzliche Unterhaltung sorgten Ballerinen vom Ballettstudio Ute Anna, die zur Orgelmusik tanzten, und der Chor Klangwerk.pop mit seinen Liedern. Speis und Trank, unter anderem vom ehrenamtlichen Team des Museumscafés, gab es auch und das Elztalmuseum lud zum "Tag der offenen Tür".

Autor: Sylvia Sredniawa