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15. März 2010
"Die Besucher sind offen für Neues"
Das Thema Krebs stand im Zentrum der 7. Kaiserstühler Naturheiltage / Ein vielfältiges Angebot an 72 Ständen.
ENDINGEN. Am Wochenende luden die Kaiserstühler Naturheiltage nun schon zum 7. Mal dazu ein, neue Heilungsmethoden und neue Formen des Umgangs mit dem eigenen Körper zu erfahren. Die Relevanz und die Faszination der Naturheiltage zeigte sich schon beim Eröffnungsvortrag am Freitag Abend: Der Heimatsaal war voll besetzt, als Bürgermeister Schwarz die Gäste begrüßte.
Zum ersten Mal haben die Veranstalter der Messe einen Schwerpunkt festgelegt, der schon im Vorfeld für Diskussionsstoff sorgt. Projektleiterin Gerhild Berglar-Neff zeigt sich zufrieden, dass es gelungen sei, das Thema Krebs in den Vordergrund zu rücken. Auch, weil sie für den Vortrag am Freitag Abend Lothar Hirneise engagieren konnte.Der macht das Ziel der Veranstaltung deutlich: ein offener und tabuloser Umgang mit der Krankheit. Mit seinen Ausführungen fesselt der Krebsforscher eineinhalb Stunden lang das Publikum. Er distanziert sich von den bekannten Krebstherapien wie Bestrahlungen und Operationen. "Es werden so viele tolle Therapien entwickelt, aber die sterben alle mit dem Erfinder wieder weg". Er zeigt Alternativen auf mit durchweg beeindruckenden Ergebnissen. Zuletzt stellt er sein Programm vor, das auf einen bewussten und ganzheitlichen Umgang mit dem eigenen Körper ausgerichtet ist. Immer wieder lachen die Zuhörer, auch ungläubige Blicke sind keine Seltenheit. Trotzdem kommt nie das Gefühl auf, es fehle der nötige Ernst. Viele Besucher, so scheint es, verlassen den Heimatsaal an diesem Abend mit einem positiven Gefühl.
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Wer an einem der nächsten beiden Tage dann die Messe besucht, den erwartet eine ähnlich gelöste Stimmung. An 72 Ständen sind die Teilnehmer der Naturheiltage bestrebt, Skeptische zu überzeugen und Vertraute zu bestärken. Das angebotene Bio-Brot und Bio-Gemüse gehört für viele schon zum Alltag, doch die Ohrenkerzen ein paar Meter weiter ernten ungläubige Blicke und sind für viele völliges Neuland.
Nicht so für Roswitha Schonhardt. Sie schwärmt von den langen Röhrchen, die man sich brennend ins Ohr stecken soll. "Das ist echt unglaublich, die ziehen einem alles raus". Während sie mit dem Verkäufer fachsimpelt liegt am Stand nebenan eine junge Frau entspannt auf einer Liege. Sie ist nicht die einzige, immer wieder sieht man Besucher, die die vorgestellten Methoden selbst testen wollen. Die einen lassen sich mit Edelsteinen das Gesicht massieren, andere wollen beim Shiatsu neue Lebensenergie tanken, Gourmets genießen feine Bio-Häppchen. "Wer hier her kommt, der ist sowieso offen für neue Dinge" meint Almut Beder Wildenroth, die bei einem Besucher gerade eine Bioresonanzmessug durchführt. Sie hält eine Art Antenne in der Hand, die mit ihrer Versuchsperson verbunden ist. "Ich versuche jetzt, den Zellen ihre ursprüngliche Funktionsfrequenz zurück zu vermitteln".
Viele der Methoden, die man an den zwei Tagen testen kann, klingen vielleicht absurd oder verrückt, und doch meint Projektleiterin Gerhild Berglar Neff: "Alle Methoden hier haben ihre Berechtigung, auch wenn ich nicht für jeden die Hand ins Feuer legen kann. Jeder kann ja für sich selbst entscheiden, was ihm zusagt und was nicht."
Conny Metz scheinen vor allem Jürgen Pfeifers Fähigkeiten zuzusagen. Er hält ihre Hände, atmet dreimal tief ein und schließt die Augen. Nach etwa einer Minute Energieübertragung hat er seine Arbeit erledigt – offenbar mit Bravour: "In mir ist eine Art Freude entstanden, ich habe ein funkelndes Licht gesehen. Ich habe aber schon Übung und bin sehr offen für so etwas", gesteht sie.
Der Energiespender selbst hat seine Fähigkeiten erst vor 10 Jahren entdeckt. "Früher hab ich da selbst nicht dran geglaubt" – heute lebt er davon. Fast alle Praktiken sind direkt oder indirekt mit dem Schwerpunkt Krebs verbunden, denn gesunde Ernährung, Energie, Entspannung und Entgiftung können helfen den Krebs zu besiegen.
Das hatte Lothar Hirneise bereits am Vortag unterstrichen. Seinem Vortrag folgen am Samstag und Sonntag viele andere, dutzende Sichtweisen auf die Volkskrankheit kann man sich anhören, manches in Workshops sogar selbst ausprobieren.
4000 Besucher erwartet Gerhild Berglar-Neff während den Naturheiltagen. Wahrscheinlich wird sich nicht jeder mit Energieübertragung oder Ähnlichem anfreunden können, doch schon die entspannte Stimmung und die offenen, kontroversen Gespräche machen die Naturheiltage zu einem Erlebnis, von dem selbst der überzeugteste Schuldmedizner ein wenig profitieren kann.
Autor: David Seitz


