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27. August 2010
Die Implosion des Damenelferrats
Nach internem Streit: Die eine Hälfte der 14 Damenelferrätinnen hat die Federboa geworfen, die andere hat die Institution aufgelöst.
Knapp zwei Monate, bevor die neue Saison der Freiburger Fasnet am 11.11. eingeläutet wird, rumpelt es in der Breisgauer Narrenzunft (BNZ). Das Beben kommt von einer Implosion der besonderen Art, und es ist zu befürchten, dass es noch nicht vorbei ist: Der Damenelferrat hat sich nach internen Streitigkeiten aufgelöst. Vor kurzem ging ein Schreiben an alle Zünfte der BNZ: "Die Gruppe hat sich gespalten und es gab einige Austritte." Unterschrieben hat die eine Hälfte der Damen – die andere hatte schon vorher die Federboa geworfen.
Zu rekonstruieren, was da im Argen lag, ist nicht ganz einfach, denn die Aussagen von Beteiligten sind alles andere als deckungsgleich. Fakt ist wohl, dass es im Damenelferrat seit längerem Unzufriedenheit mit der Amtsführung von Präsidentin Gisela Albrecht gab. Diese ist davon nach eigenen Angaben völlig überrascht: "Bei 14 Damen braucht es doch eine starke Führung." Das sahen einige der Damen anders und traten aus.
Daraufhin lud Gerd Huber, Oberzunftmeister der BNZ, zum Gespräch, um das Ganze wieder zu kitten. Eingeladen hatte er alle Damenelferräte – was wiederum die verbliebene Gruppe um Präsidentin Albrecht nicht goutierte. Trotzdem: "Es kann nicht sein, dass die Hälfte der Mitglieder austritt", fand Huber. "Da müssen wir handeln, immerhin repräsentiert der Damenelferrat die BNZ." Das Gespräch sei allerdings "nicht gerade schön" gewesen. Sein Eindruck: Die, die ausgeschieden sind, waren die, die etwas bewegen wollten; die Führungsriege dagegen sei "nicht kritikfähig" und müsse ausgetauscht werden. Auch ein zweites Gespräch brachte keine Einigung – am Ende der turbulenten Aussprachen jedenfalls hatten sich sieben der 14 Damen immer noch verabschiedet, und die verbleibenden sieben beschlossen: Ohne Gisela Albrecht machen wir nicht weiter.
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Gisela Albrecht ist von der BNZ enttäuscht: "Wir sind da vorgeführt worden wie die Dubel." In dem Schreiben an die Zünfte heißt es, dem Damenelferrat sei "die erforderliche Unterstützung, der gebührende Respekt und die Akzeptanz des geschäftsführenden Zunftrates" nicht zuteil geworden. Gender Mainstreaming sei noch nicht bei allen Funktionären der Fasnet angekommen. Eine Formulierung, die Huber auf die Palme bringt: "Uns unterschwellig Frauenfeindlichkeit vorzuwerfen ist absurd." Er wollte ein gemeinsames, nüchternes Statement an die Zünfte schicken. Jetzt, findet er, arte das Ganze aus in einen "Zickenkrieg".
Autor: Simone Lutz
