Ob christliche oder freie Träger:

MÜNSTERECK: Überzeugend arbeiten

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 13. April 2013

Freiburg

Genau hinschauen ist Pflicht. Gerade, wenn über die Bezuschussung von Projekten entschieden wird, bei denen junge Menschen im Mittelpunkt stehen. Doch hinter der Diskussion um die Zuschüsse für das "Downtown-Street-Team" steckt mehr als gesundes Misstrauen – dahinter steckt eine grundlegende Frage: Wie wertneutral muss ein Träger sein, um öffentliche Steuergelder zu erhalten? Natürlich kann man sich fragen, ob in einer Stadt, in der auch nichtchristliche Steuerzahler leben, öffentliche Gelder in Projekte christlicher Träger fließen sollten. Natürlich kann man fordern, Kirche und Staat strikt zu trennen wie in Frankreich oder Portugal. Doch dann geht die Diskussion ins Unendliche: Dürfen christliche Kindergärten noch Weihnachten oder Ostern feiern? Muss die Kapelle im Lorettokrankenhaus geschlossen werden? Dürfen in christlichen Pflegeheimen keine Kreuze mehr hängen? Eines steht außer Frage: Die Kirchen leisten viele soziale Dienste – und natürlich verknüpfen sie das mit ihrer Identität. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie während ihrer sozialen Arbeit missionieren. Egal ob Kirche oder freie Träger, entscheidend ist, dass die Arbeit fachlich gut gemacht wird. Und das bemisst sich unter anderem daran, dass man etwas mit Überzeugung tut, ohne jemanden überzeugen zu müssen.